23.11.2021 12:28 |

Abkehr von Microsoft

Deutsches Bundesland wirft Windows und Office raus

Das norddeutsche Bundesland Schleswig-Holstein gibt Microsoft in der öffentlichen Verwaltung den Laufpass und stellt seine PCs von Windows auf Linux um. Statt Microsoft Office sollen Landesbedienstete künftig mit dem freien LibreOffice arbeiten. Der Umstieg könnte Millionen einsparen.

Derzeit zahle die öffentliche Verwaltung Schleswig-Holsteins mit ihren 25.000 PCs jährlich rund 2,5 Millionen Euro Lizenzkosten an den US-Softwareriesen Microsoft, berichtet „WinFuture“. Zwar dürften mit dem Wechsel andere Kosten anfallen, trotzdem rechnet man mit jährlichen Einsparungen von 1,7 Millionen Euro. Der Umstieg soll bis 2026 abgeschlossen sein, die Vorbereitungen laufen.

IT-Experten streben „souveräne Arbeitsplätze“ an
Die betroffenen Rechner stehen in öffentlichen Einrichtungen wie Behörden und Schulen. Der Umstellung liegt ein Landtagsbeschluss zugrunde, laut dem das Bundesland mit dem Umstieg auf freie Software Kosten einsparen und unabhängiger von proprietärer Software des US-Softwareriesen Microsoft werden will. Debatten in diese Richtung - krone.at berichtete - gibt es auch in anderen Bundesländern Deutschlands. Erst vor wenigen Wochen veröffentlichten die IT-Beauftragten mehrerer Bundesländer einen offenen Brief, in dem man „souveräne Arbeitsplätze“ fordert.

Bereits vor einigen Jahren wagte die Verwaltung von München Experimente mit Linux statt Windows, allerdings ohne Erfolg. Dort stieg man wieder auf Windows um. In Schleswig-Holstein könnte der Umstieg besser klappen: Mittlerweile laufen viele Behörden-Tools auf Servern in der Cloud. Das Betriebssystem des Arbeitsplatzes, von dem aus darauf zugegriffen wird, ist nachrangig. Problematischer könnte werden, das Personal, das in seiner Ausbildung meist mit Microsoft-Tools vertraut gemacht wurde, an die neue Softwareumgebung zu gewöhnen.

Aber auch das könnte gelingen: Das kostenlose und quelloffene LibreOffice erinnert mit seiner Benutzeroberfläche durchaus an ältere Microsoft-Office-Versionen und auch Linux-Desktops fühlen sich - siehe Video - heute, je nach verwendeter Benutzeroberfläche, oft nicht viel anders als Windows an.

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