Google Street View

Hoppla: Polizist nackt im Garten fotografiert

Ausland
24.07.2025 23:03

So ein Pech muss man erst einmal haben: Ein Argentinier wurde von Google Street View unwillentlich nackt in seinem Vorgarten fotografiert. Und das, obwohl eigentlich eine zwei Meter hohe Mauer als Sichtschutz dienen sollte. Nun muss das US-Unternehmen Schadenersatz zahlen.

Das Bild stammt aus dem Jahr 2017, aufgenommen wurde es in der argentinischen Kleinstadt Bragado: Der Mann hatte sich nackt in seinem Vorgarten aufgehalten, der von einer zwei Meter hohen Mauer geschützt ist. Das Bild der Google-Street-View-Kamera war jedoch aus einem Winkel aufgenommen worden, der einen Blick auf die Vorderseite des Hauses und damit auch auf die nackte Rückseite des Mannes erlaubte. Auch die Hausnummer und der Straßenname waren zu sehen. Das Foto wurde infolge in einem lokalen Nachrichtensender und in Onlinemedien verbreitet. Der Mann, ein Polizist, sah sich daraufhin dem Spott seiner Kollegen und Nachbarn ausgesetzt, wie er bei der Klage vorgebracht hatte.

Persönlichkeitsrechte verletzt
Wegen der Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Mannes muss Google 16 Millionen Pesos (umgerechnet rund 11.000 Euro) zahlen, wie ein argentinisches Berufungsgericht laut Medienberichten vom Donnerstag urteilte. Google habe die Privatsphäre des Mannes auf „eklatante“ Art und Weise verletzt, hieß es.

Ein anderes Gericht hatte seine Klage im vergangenen Jahr abgewiesen mit der Begründung, der Mann sei selbst schuld, da er „in unangemessener Weise in seinem Garten herumlief“. Google hatte erklärt, die Mauer um den Garten sei nicht hoch genug gewesen.

„Nicht öffentlicher Ort“
Der Geschädigte sei jedoch „nicht an einem öffentlichen Ort, sondern innerhalb der Grenzen seines Hauses“ aufgenommen worden, entschied das Berufungsgericht. Der zwei Meter hohe Zaun sei höher als der Durchschnittsmensch. Es bestehe „kein Zweifel, dass es sich um ein willkürliches Eindringen in das Leben eines anderen Menschen handelte“.

Zwei ebenfalls angeklagte Medien, die das Foto verbreitet hatten, wurden freigesprochen. Die Richter argumentierten, durch die Verbreitung hätten sie geholfen das „Fehlverhalten“ Googles deutlich zu machen.

Street View ist eine Funktion des Google-Kartendienstes Maps. Der Dienst zeigt 360-Grad-Ansichten und wird unter anderem mit Bildern gespeist, die von einer auf einem Auto befestigten Kamera fotografiert werden.

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