26.10.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Gedankenspiel

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Unlängst machte sich der Österreich-Korrespondent der „Financial Times“ ein bisschen über unser Land lustig. Sam Jones schrieb, dass derzeit alle Sturm trinken, ein Nationalgetränk, bei dem der Alkoholspiegel völlig ungeklärt sei und die Flasche auch mal explodieren könne. Er schrieb, dass MFG neuerdings nicht mehr „mit freundlichen Grüßen“ heiße, sondern für die Impfgegner-Partei „Menschen-Freiheit-Grundrechte“ stehe.

Und er schrieb, dass die Justiz derzeit gegen den Kanzler und eine ganze Reihe von Personen in seinem Umfeld ermittle, ohne dass bisher eine einzige Anklage die Folge gewesen wäre. „Welchen anderen Grund als einen politischen sollte die Veröffentlichung der Chats also gehabt haben?“, fragt sich der britische Kommentator.

Das verleitet zu einem Gedankenspiel. Was wäre gewesen, wenn die Chats nicht oder zumindest nicht in diesem frühen Stadium an die Öffentlichkeit gelangt wären? Wenn die Justiz wirklich in aller Ruhe ermittelt hätte, bis es zu Anklagen gekommen wäre oder auch nicht? Bis es - in ersterem Fall - zu Schuldsprüchen oder auch Freisprüchen gekommen wäre?

Österreich stünde anders da, zu Hause und in der Welt. Österreich stünde aber auch unwissender da, wenngleich es heute, am 26. Oktober 2021, leichter fiele, stolz auf dieses Land zu sein.

Selbst wenn es politische Gründe gab, die Chats an die Öffentlichkeit zu spielen, so zeigen diese eines ganz klar. Der „neue Stil“ war brachial. Und es ist besser, das zu wissen.

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