25.10.2021 15:00 |

Akkubrände nehmen zu

Laufende Überprüfung schützt vor Flammen

Knapp jeder fünfte Brand wird durch technische Defekte im Haushalt ausgelöst. Der Landesfeuerwehrverband rät zur regelmäßigen Kontrolle elektrischer Geräte im Haushalt. Im Steigen ist vor allem die Zahl der Feuer durch Akkus.

Zahlreiche Großbrände sorgten in den vergangenen Wochen in Tirol – die „Krone“ berichtete – für bange Momente bei Opfern und Feuerwehrleuten. Viele verloren durch den Raub der Flammen Hab und Gut, einige wurden sogar verletzt. In etlichen Fällen war die Brandursache dieselbe: ein technischer Defekt.

„Brände lassen sich niemals zu 100 Prozent verhindern. Durch die Einhaltung der Herstellervorgaben bei Aufbewahrung und Betrieb der Geräte lässt sich das Gefahrenpotenzial allerdings erheblich senken“, verdeutlicht Rene Staudacher von der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung.

Zahl der Defekte konstant
Rund jeder fünfte Brandfall in Tirol ist auf die Zündquelle „elektrische Energie“ zurückzuführen, wie es bei der Feuerwehr heißt. Dass es in letzter Zeit einen Anstieg durch fehlerhafte Technik gab, kann jedoch ausgeschlossen werden, wie Landes-Feuerwehrkommandant Peter Hölzl schildert: „Die Zahl der Brandfälle, welche durch elektrische Energie ausgelöst werden, bleibt die vergangenen Jahre über prozentuell gesehen konstant.“

Zugenommen hat hingegen die Zahl der Einsätze der Florianijünger durch fehlerhafte Akkus – wie zum Beispiel zuletzt ein Großeinsatz bei einer Kfz-Werkstatt in Kössen gezeigt hat.

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Auch im Stand-by-Modus fließt elektrische Energie und es kann ein Brand entstehen. Am sichersten ist es, dann den Stecker zu ziehen, wenn das Gerät nicht benötigt wird.

Rene Staudacher, Tiroler Landesstelle für Brandverhütung

Richtiger Einsatz wichtig
Um nicht nur den Brandopfern, sondern auch den eigenen Einsatzkräften Leid zu ersparen, empfiehlt der Landesfeuerwehrverband, elektronische Geräte nie unbeaufsichtigt laufen zu lassen. „Auch im Stand-by-Modus fließt elektrische Energie und es kann ein Brand entstehen. Am sichersten ist es, dann den Stecker zu ziehen, wenn das Gerät nicht benötigt wird“, weiß Staudacher.

Des Weiteren empfiehlt er in Wohn- und Schlafräumen, wo elektrische Geräte dauerhaft laufen, Rauchmelder zu installieren. Diese sind seit dem Jahr 2008 in der technischen Bauvorschrift zur Tiroler Bauordnung in privaten Wohngebäuden vorgeschrieben.

Achtung auch bei Mehrfachsteckdosen
Leistungsstarke Maschinen wie Trockner oder Geschirrspüler sollten dort niemals angeschlossen werden. Ein Auge haben sollte man stets auf Hitzestaus an Lüftungsauslässen oder Kühlelementen. „Als Präventionsmaßnahme können regelmäßig selbstständige Sichtkontrollen am Gerät durchgeführt werden. Auch bei ungewöhnlichen Geräuschen oder wenn Geräte plötzlich Wärme erzeugen, liegt ein Defekt nahe“, schildert Staudacher. Das Öffnen oder die Reparatur sollte hingegen nur von Experten durchgeführt werden.

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Als Präventionsmaßnahme können regelmäßig selbstständige Sichtkontrollen am Gerät durchgeführt werden. Auch bei ungewöhnlichen Geräuschen oder wenn Geräte plötzlich Wärme erzeugen, liegt ein Defekt nahe.

Rene Staudacher

Zudem empfiehlt der Fachmann, auf den Standort der Geräte zu achten, und auch darauf, ob sich leicht entflammbare Materialien in deren Nähe befinden.

Versicherung steigt aus
Grundsätzlich sollte die Versicherung den größten Teil der Kosten übernehmen. Liegt allerdings eine (grobe) Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz vor und ist das nachzuweisen, kann die Versicherung von der Zahlung Abstand nehmen oder dieser nur eingeschränkt nachkommen. Dazu zählen etwa die Zulässigkeit oder die richtige Verwendung technischer Geräte mit den eingehaltenen Herstellerangaben.

Im Notfall einen kühlen Kopf bewahren
Rasches und richtiges Handeln sind bei jedem Notfall entscheidend. Dass es im Eifer des Gefechtes zu Fehleinschätzungen kommt, ist jedoch nichts Ungewöhnliches. Bei Ausbruch eines Feuers zählt in erster Linie die Sicherheit, erklärt Landes-Feuerwehrkommandant Peter Hölzl: „Dazu gehört, dass anwesende Kinder und Personen sofort aus der Gefahrenzone gebracht werden, ein Notruf unter 122 abgesetzt wird und versucht wird, die Brandausbreitung irgendwie einzuschränken.“

Netzstecker sofort ziehen
Je nach Brandausmaß kann mit einer Löschdecke oder einem Feuerlöscher ein erster Löschversuch gestartet werden. Dabei sollte man weder sich noch andere in Gefahr begeben. Vorsicht ist bei elektronischen Geräten geboten: „Wichtig ist bei diesen Geräten außerdem, dass nach Möglichkeit der Stromkreis getrennt wird und aufgrund von möglichen Restspannungen im Gerät weiterhin Abstand gehalten wird.“

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Wichtig ist bei diesen Geräten außerdem, dass nach Möglichkeit der Stromkreis getrennt wird und aufgrund von möglichen Restspannungen im Gerät weiterhin Abstand gehalten wird.

Peter Hölzl, Landes-Feuerwehrkommandant

Es empfiehlt sich in erster Linie, den Netzstecker sofort zu ziehen. Um im Ernstfall Zeit zu gewinnen und den Brand so klein wie möglich zu halten, empfiehlt der Landesfeuerwehrverband Vorsorgemaßnahmen: Stichwort Rauchmelder und Feuerlöscher.

Martin Oberbichler
Martin Oberbichler
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