19.10.2021 16:28 |

Proteste in Italien

Regierung verteidigt Demo-Auflösung in Triest

Die italienische Regierung hat die Zwangsauflösung einer Demonstration vor dem Hafen Triest mit Wasserwerfern und Tränengas am Montag verteidigt. Der von den Triester Hafenmitarbeitern ausgerufene Streik gegen die 3G-Pflicht für alle Arbeitnehmer in Italien sei illegal, betonte die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese bei einer Fragestunde vor dem Parlament in Rom am Dienstag. 700 Lkw sei der Zugang zum Hafengelände verweigert worden.

Mit der Auflösung der Demonstration habe die Polizei eine Blockade des gesamten Hafengeländes verhindert. Wegen Handgreiflichkeiten bei den seit Freitag andauernden Demonstrationen in Triest seien vier Personen festgenommen worden. Demonstranten hätten die Sicherheitskräfte mit Flaschen und Steinen beworfen. Ermittlungen seien im Gang. Lamorgese bestritt, dass die Sicherheitskräfte zu hart gegen friedliche Demonstranten vorgegangen seien.

Weitere Proteste vor G20-Gipfel in Rom?
Die Ministerin rechnet mit weiteren Protestaktionen gegen die 3G-Pflicht in den nächsten Tagen in Italien. Scharfe Sicherheitsvorkehrungen sollen in Hinblick auf den am 30. und 31. Oktober geplanten G20-Gipfel in Rom ergriffen werden. „Wir rechnen mit anstrengenden Zeiten“, sagte die Ministerin in Anspielung auf mögliche Proteste. Die Ansprache der Ministerin wurde wiederholt von Protesten aus den Bänken der oppositionellen Rechtspartei „Fratelli d‘Italia“ („Brüder Italiens“) unterbrochen, die sich gegen die seit Freitag geltende 3G-Pflicht in Italien stemmt.

Die Proteste in Triest gegen die Einführung einer 3G-Pflicht am Arbeitsplatz hatten Anfang der Woche zu einem großen Behördeneinsatz geführt: Die Polizei hatte am Montag Hunderte Demonstranten vom Eingang des Hafens vertrieben. Dutzende Protestierende verbrachten im Anschluss die Nacht auf Triests Hauptplatz Piazza dell‘Unitá.

Der Protest soll laut den Organisatoren bis Mittwoch anhalten. Am Samstag soll eine Delegation von Demonstranten den aus Triest stammenden Landwirtschaftsminister Stefano Patuanelli treffen.

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