Späte Einsicht

Scharner kritisiert Euphoriewelle vor dem Belgien-Match

Fußball
28.03.2011 09:27
Paul Scharner hat für das Wehklagen nach der 0:2-Heimniederlage des österreichischen Nationalteams gegen Belgien nur bedingt Verständnis. Laut dem Premier-League-Legionär war zwar die Leistung am Freitag schlecht, allerdings auch die Erwartungshaltung vor dem Match überzogen. In diesem Zusammenhang wollte der Niederösterreicher seine Teamkollegen nicht von einer Mitschuld freisprechen.

"Ich verstehe nicht, warum wir uns gegen Belgien in der Favoritenrolle gesehen haben", sagte Scharner. "Dass wir da selber mitgemacht haben, war übertrieben." Der Optimismus nach zwei Pflicht-Heimsiegen gegen Kasachstan und Aserbaidschan und dem 4:4 in Belgien sei zu groß gewesen. "Jetzt sind wir wieder auf dem richtigen Level angekommen. Das Potenzial in der Mannschaft ist da, aber wenn wir uns dadurch gleich in die Favoritenrolle begeben, wird das nicht funktionieren", vermutete der 31-Jährige.

Eine Teilnahme am blamablen 0:2 gegen die Belgier blieb dem 33-fachen Internationalen wegen einer Sperre erspart, dafür war er bei der emotionalen Aufarbeitung der Partie dabei. "Am Dienstag werden wir sehen, ob das ein reinigendes Gewitter war oder ob wir noch mitten drin stehen", meinte Scharner und verzichtete auf Kritik an einzelnen Spielern. "Das Verhalten war von einigen nicht optimal, aber jeder muss sich selbst bei der Nase nehmen."

Scharner will alle mitreißen
Der West-Bromwich-Legionär will nun am Dienstag in Istanbul gegen die Türkei mit gutem Beispiel vorangehen und mit seiner Erfahrung dazu beitragen, dass die ÖFB-Auswahl mit einer neuerlichen Niederlage nicht schon vorzeitig die letzte Chance in der EM-Qualifikation vergibt. "Ich bin ein Führungsspieler", betonte Scharner und versprach: "Ich werde versuchen, meinen Einfluss geltend zu machen." Er sehe seinen Job darin, "die Mannschaft mitzureißen und ein positives Ergebnis zu holen".

Die Außenseiterrolle der ÖFB-Auswahl im Sükrü-Saracoglu-Stadion könnte nach der Meinung des Mittelfeldspielers ein Vorteil sein. "Das Spiel gegen die Türkei wird uns eher liegen. Die Belgier sind tief gestanden, deswegen war es für uns schwierig, durchzukommen." Eine klare Steigerung sei jedoch unumgänglich. "Jeder muss eine Top-Leistung abrufen, damit wir dort bestehen können", forderte Scharner.

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