08.10.2021 06:00 |

Verfahren erschüttern

Hinter den Kulissen der Regierungskrise

Besonders hinter den politischen Kulissen des Landes gehen derzeit die Wogen hoch. Die „Krone“ wagt einen Blick auf die aktuellen Geschehnisse: Gibt es einen Plan B oder gar einen Plan C in den Schubladen der Parteien? Und wann traut sich die ÖVP wieder aus ihrer Deckung?

Wenn die Telefondrähte glühen ... Ach, das sagte man einst. Jetzt laufen an Tagen wie diesen die Handy-Akkus heiß. Nicht, weil so viele WhatsApp-Nachrichten verschickt werden. Mittlerweile verzichtet die Politik meist auf schriftliche Nachrichten, wenn schon, dann verwendet man dafür gut verschlüsselte Kanäle. Sonst wird telefoniert - in der Hoffnung, dass keiner mithört oder aufzeichnet.

Mitterlehners Handy
Was würde man derzeit zu hören bekommen? Hektisches, aufgeregtes, sorgenvolles Gemauschel, Gerede, Gegacker. Anzunehmen, dass auch das Handy von Reinhold Mitterlehner, dem von Kurz und seiner Truppe 2017 in die Wüste geschickten ÖVP-Obmann und Vizekanzler, jetzt permanent läutet.

Sagen will er nichts. Derzeit jedenfalls. Dabei wird er sich vieles denken zu seiner damals rüden Ablöse, in die nun von der Justiz aufgedrehtes grelles Licht fällt.

Lichtscheue ÖVPler
Ins Licht treten will in der ÖVP derzeit überhaupt so gut wie keiner. Verdächtig lange dauerte es am Donnerstag, bis sich die Landesparteichefs, die sich dann am Abend in Wien zum Krisengespräch versammelten, hinter Sebastian Kurz stellten.

Das hat nicht allzu viel zu bedeuten: Eine ähnliche Erklärung gaben drei von ihnen, die heute noch regieren, 2017 auch für Mitterlehner ab - ein paar Tage später war dieser dann auch schon Geschichte.

Die vielen Abers
Wobei man sich in der Volkspartei der Wichtigkeit von Sebastian Kurz schon bewusst ist. Man wisse, flüsterte einer von ihnen am Donnerstag, „was wir Sebastian zu verdanken haben“. Doch dann kommen die Abers.

Aber zwei Verfahren gegen den Parteichef erschütterten die Partei heftig. Aber wenn es zu einer Anklage kommt, dann weiß man nie, wie es ausgeht. Und ein großes Aber: Aber man habe eigentlich keinen Plan B in der Partei.

Kein Plan B oder C
Plan B oder C scheint man auch beim grünen Regierungspartner nicht zu haben. Aber man habe lange genug bei üblen Spielchen der Volkspartei mitgemacht - „und jedes Mal waren wir dann selbst mittendrinnen“, wie es von hochrangiger Stelle wörtlich heißt. Und eines sei glasklar: „Weitermachen wie bisher geht sich nicht mehr aus!“

 Kronen Zeitung
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