Der Widerstand gegen das Vorgehen der US-Regierung in Minneapolis hat auch die Steiermark erreicht. Passanten in Graz solidarisierten sich, es dürfte nicht die letzte derartige Aktion gewesen sein.
Als der US-Botschafter vergangenen Donnerstag in Graz empfangen wurde, stand ein Grüppchen Amerikaner vor dem Hotel Weitzer und hielt Schilder in die Höhe: „Keine Autokratie“ oder „Keine Könige“, war da zu lesen. Es sei ja eine Ironie, wenn der Botschafter um steirische Investitionen werbe, während US-Präsident Donald Trump durch seine Zollpolitik diese Bestrebungen konterkariere, sagt Paul Bilak von der Vereinigung Democrats Abroad. „Es ist mir sehr unangenehm, dass unsere österreichischen Nachbarn ihre Jobs wegen unserer Politik verlieren könnten“, so der seit sechs Jahren in Österreich lebende Amerikaner.
„Schwiegertochter in Minneapolis traut sich nicht mehr aus der Wohnung“
Neben den wirtschaftlichen und weltpolitischen Verwerfungen von Venezuela bis Grönland war es den rund zwei Dutzend Amerikanern aber vor allem ein Anliegen, auf die brutale Gangart der US-Einwanderungsbehörde hinzuweisen. „Meine Schwiegertochter lebt in Minneapolis. Als amerikanische Staatsbürgerin mit mexikanischem Hintergrund traut sie sich seit Wochen nicht mehr aus der Wohnung“, berichtet Bilak. Das mache ihn „wütend, beschämt und frustriert“.
Der österreichischen Politik wolle man keineswegs ausrichten, was sie zu tun habe, sondern „eine Message an die eigene Regierung senden“ – und Familie und Freunden zu Hause zeigen, dass man sie auch in der Ferne unterstützt. Dass etwa der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, zuletzt am Weltwirtschaftsforum in Davos Europa dreinreden wollte, habe ihm genauso missfallen wie ähnliche Vorstöße von Trump-Vize JD Vance, sagt der Demokrat Bilak.
„Ich fürchte, wir werden das wieder machen müssen“
Über die spontane Unterstützung von Passanten und Autofahrern in Graz habe man sich gefreut: „Wir haben so viele Leute gesehen, die stehen geblieben sind. Autofahrer haben gehupt und ,Thumbs up’ gegeben.“ Die Aktion am Donnerstag soll unterdessen erst der Anfang gewesen sein: „Ich fürchte, wir werden das wieder machen müssen ...“
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