Antrag im Landtag:

„Das Karwendel soll zum Nationalpark werden“

Tirol
02.10.2021 07:00
Es mag verlockend klingen – aber wäre es auch klug? Bis spätestens 2028 soll der Naturpark Karwendel das Prädikat Nationalpark erhalten. Dies beantragt die Liste Fritz in der kommenden Woche im Landtag. Das Naturpark-Management und die zuständige LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) zeigen sich vorerst zurückhaltend.

727 km² in Tirol und 190 km² im benachbarten Bayern umfasst das Gebiet mit dem Großen Ahornboden, der Isar und der größten Steinadlerdichte der Alpen. Seit 1928 besteht der Naturpark Karwendel, 100 Jahre später soll ein nächster großer Schritt folgen. „Wir möchten nun den Anstoß für einen länderübergreifenden Nationalpark geben. Er wäre das Herzstück dessen, was unter dem Titel Klimaschutz auf uns zukommt“, sagte Liste-Fritz-LA Markus Sint.

1305 Pflanzen- und 3035 Tierarten
Es gehe um den Schutz der 1305 Pflanzen- und 3035 Tierarten, um klimafitten Wald und um die Absicherung des „Wasserschlosses“ von Tirol. Mit Bayern habe man noch nicht gesprochen, räumte Sint ein, doch auch dort sei der Umweltgedanke im aktuellen Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern einzementiert. Bisher existiert auf Tiroler Boden nur der Nationalpark Hohe Tauern, der 1971 gegründet wurde (mit Salzburg und Kärnten). Sint will nun ein weiteres Gebiet, wo der „unschätzbare Wert der unberührten Natur“ zähle.

Keine Alm dürfte mehr bewirtschaftet werden
Was hält Naturpark-Geschäftsführer Hermann Sonntag vom Vorstoß? „Alles, was beim grenzüberschreitenden Schutzgebietsmanagement hilft, ist zu begrüßen. Ich gebe aber zu bedenken, dass in der Kernzone keine Alm- und Forstwirtschaft und keine Jagd möglich sind.“ Das modernere Instrument sei die bestehende Ausweisung als Natura-2000-Gebiet (seit dem Jahr 1995).

Zurückhaltung bei Landesrätin
Im Büro der zuständigen LHStv. Felipe zeigt man sich etwas überrascht über den aktuellen Liste-Fritz-Antrag. Schon jetzt würde die grenzüberschreitende Kooperation mit Bayern gut funktionieren. Über die diversen Interreg-Förderprojekte (z. B. Vogelkartierung, Leben an Gebirgsflüssen) seien gemeinsame Schutzanstrengungen verwirklicht worden. Man werde sich den Antrag natürlich ansehen, ein Nationalpark Karwendel habe derzeit aber „keine Priorität“.

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