Trockene Zeiten

Kaum Besucher: Hallenbad in Mariazell geht unter

Steiermark
02.03.2011 15:49
Die angespannte Finanzlage in den Gemeinden setzt auch dem Gnadenort zu. Ende April wird das Hallenbad Mariazell im Bezirk Bruck an der Mur zugesperrt. Ein Warnsignal: Jetzt kommen auf die Steirer trockene Zeiten zu.

Mariazell ist kein Einzelfall. Bereits Ende des Vorjahres hieß es in Trieben: Es hat sich ausgeplanscht! In Leibnitz wiederum wurde der Bau des ersehnten Hallenbads auf die lange Bank geschoben.

8.000 statt 70.000 Besucher
Mariazells Bürgermeiser Josef Kuss rechtfertigt den Schritt: "Ich sehe keinen anderen Weg, die Verluste gefährden die Stadtgemeinde substanziell." Seit 1995 betrugen sie immerhin etwa zwei Millionen Euro. Kuss: "Das Bad hat seit seiner Eröffnung 1976 nie einen Euro verdient. 2010 kamen zum Beispiel 8.000 Besucher, wir bräuchten aber 70.000!" Zudem wäre eine Sanierung um Millionen notwendig. Geld, das weder Gemeinde noch Land oder Bund haben.

Obwohl sich in der Region Widerstand regt und bereits Hunderte Unterschriften für den Erhalt gesammelt wurden, wird wohl am 25. April Schluss sein. Danach werden nur noch bereits gebuchte Schulschwimmwochen abgehalten - und es wird auf einen "Retter" gehofft.

von Jakob Traby, "Steirerkrone"
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