Gewalt in Südafrika

Dutzende Tote: Militär und Bürgerwehren im Einsatz

Ausland
14.07.2021 10:10

Proteste gegen die Festnahme des südafrikanischen Ex-Präsidenten Jacob Zuma in dessen Heimatprovinz KwaZulu-Natal haben sich in den vergangenen Tagen zu großflächigen Ausschreitungen und Plünderungen in zahlreichen Teilen des Landes ausgeweitet. Mittlerweile zählt man mindestens 72 Tote. Das Militär und auch neu gebildete Bürgerwehren stehen bereits im Einsatz, um Wohnviertel und kritische Infrastruktur zu schützen.

Obwohl das Militär laut Regierung in den betroffenen Regionen - der Gauteng-Provinz rund um Johannesburg sowie der östlichen Provinz KwaZulu-Natal - mit Patrouillen begonnen hat, gingen Brandschatzung und Plünderungen zum Teil vor laufender Kamera ungehindert weiter.

Berichte über Gewalt zwischen Bevölkerungsgruppen
Angesichts einer Überzahl von Plünderern schritt die Polizei an vielen Orten erst relativ spät ein. Es gab bisher rund 1250 Festnahmen. Die geschätzten Schäden belaufen sich mittlerweile auf eine Milliarde Rand (umgerechnet rund 60 Millionen Euro), so der Premier der Provinz KwaZulu-Natal. Polizeiminister Bheki Cele warnte die Anrainer davor, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Die Ministerin für Staatssicherheit Ayanda Dlodlo berichtete, die Sicherheitsbehörden prüften auch Berichte über Attacken gegen Ausländer in KwaZulu-Natal sowie Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Wasserversorgung und Lieferketten gefährdet
Neben den Schäden bereiten auch unterbrochene Lieferketten Probleme. Es könnte innerhalb weniger Wochen zu „einem großen Risiko von Lebensmittel- und Medikamentenunsicherheit“ kommen, warnte Präsident Cyril Ramaphosa in einer Fernsehansprache. Besonders während der Corona-Pandemie könne das lebensbedrohliche Folgen haben.

In der Hafenstadt Durban steigt die Sorge, dass die Wasserversorgung beeinträchtigt werden könnte. Denn laut der Stadtverwaltung können derzeit dringende Reparaturarbeiten nicht durchgeführt werden. Die Afrikanische Union (AU) rief angesichts der Gewalt dringend zu einer Wiederherstellung der Ordnung auf.

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