Zahlen steigen, aber:

Großbritannien hebt (fast) alle Corona-Regeln auf

Ausland
12.07.2021 19:13

In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus stark. Dennoch hat Premier Boris Johnson am Montag bestätigt, dass fast alle Corona-Regeln vom 19. Juli an aufgehoben werden sollen. „Diese Pandemie ist bei weitem nicht vorbei. Diese Krankheit gefährdet weiterhin Sie und Ihre Familien“, mahnte der Premier zugleich zur Vorsicht. Die Bevölkerung könne nicht einfach zum Leben wie vor der Corona-Pandemie zurückkehren.

„Wir sind dem letzten Meilenstein unseres Fahrplans aus dem Lockdown verlockend nah“, hatte Johnson bereits in einer Mitteilung aus der Nacht auf Montag verlautbaren lassen. Die Zahl der Neuinfektionen werde aufgrund der Lockerungen weiter zunehmen. „Deshalb ist unsere Botschaft, wenn wir heute unsere Pläne bestätigen, eindeutig: Vorsicht ist von zentraler Bedeutung“, so Johnson.

Delta breitet sich enorm aus
Wie geplant verkündete der Premier dann am Montagnachmittag dennoch endgültig die Aufhebung der verbliebenen Corona-Regeln in England zum 19. Juli. Damit kehrt der größte britische Landesteil bereits in einer Woche zur Normalität zurück. Nachtclubs können wieder öffnen, Gäste in Pubs ihre Pints eng an eng genießen. Für Veranstaltungen gibt es keine Zuschauerbegrenzungen mehr.

Maskentragen nur noch freiwillig
Auch Abstandsregeln und Maskenpflicht fallen dann - gegen den Rat von Wissenschaftlern und trotz Kritik von Gewerkschaften, Bürgermeistern und Oppositionspolitikern. Unter dem Druck der Öffentlichkeit empfiehlt die Regierung aber mit Nachdruck, an Orten mit vielen Menschen wie im öffentlichen Nahverkehr weiterhin Masken zu tragen. Außerdem bittet die Regierung Nachtclubs und andere Veranstaltungsorte darum, den Impfstatus ihrer Gäste und Besucher mithilfe eines digitalen Nachweises zu überprüfen. Eine gesetzliche Grundlage dafür gibt es dann aber nicht mehr. Die harten Einreiseregeln, die für nicht Geimpfte oder Einreisende aus „roten Ländern“ eine Quarantäne vorschreiben, blieben in Kraft.

Johnon setzt in der Corona-Krise nun auf mehr Eigenverantwortung. (Bild: APA/POOL/AFP/Ben STANSALL)
Johnon setzt in der Corona-Krise nun auf mehr Eigenverantwortung.

Johnson: „Müssen Verantwortung übernehmen“
„Obwohl die phänomenale Impfkampagne allen Erwachsenen einen gewissen Schutz vor dem Virus bietet und die entscheidende Verbindung zwischen Fällen sowie Krankenhausaufenthalten und Todesfällen geschwächt ist, ist die globale Pandemie noch nicht vorbei“, hatte Johnson im Vorfeld erklärt. „Wir alle müssen Verantwortung übernehmen, um unseren Fortschritt nicht zu gefährden und sicherzustellen, dass wir unseren NHS (Nationalen Gesundheitsdienst) schützen.“ Bisher haben etwa zwei Drittel der Erwachsenen im Vereinigten Königreich - 34,5 Millionen Menschen - die für den vollen Schutz notwendigen zwei Impfdosen erhalten.

Johnson hatte die Lockerungen vor einer Woche angekündigt, aber eine letzte Prüfung angekündigt. Bereits beschlossen wurde, dass vom 19. Juli an vollständig geimpfte Menschen sowie Minderjährige mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich ohne Quarantäne ins Land einreisen dürfen. Touristen müssen aber weiterhin nach Ankunft für mindestens fünf Tage in Selbstisolation.

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