09.07.2021 19:32 |

Pandemie-Statistik

Höchste Sterberate in EU seit Aufzeichnungsbeginn

Die Europäische Union hat im Pandemie-Jahr 2020 die höchste Sterberate seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte, stieg 2020 die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 5,2 Millionen. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der EU-Gesamtbevölkerung von 447,3 auf 447 Millionen.

Die Geburtenrate sank erneut. Bereits seit 2012 übersteigt die Zahl der Sterbefälle die Anzahl der Geburten in der EU. Durch Einwanderung wuchs die Bevölkerung zwischen 2001 und 2019 dennoch um rund vier Prozent.

Auch fehlende Migration zeigt Auswirkungen
Nach Ansicht des Eurostat-Experten Giampaolo Lanzieri ist die hohe Sterberate im Corona-Jahr nicht der einzige Faktor, der zum jüngsten Bevölkerungsrückgang beigetragen hat. „Es gibt wahrscheinlich auch eine Auswirkung auf die Zahl der Geburten“, sagte er vor Journalisten. „Und natürlich gibt es auch eine Auswirkung auf die Migration, weil die Grenzen geschlossen wurden.“

Mehr Todesfälle als Geburten
Der stärkste Bevölkerungsrückgang wurde der Erhebung zufolge in Italien mit 384.000 Menschen (0,6 Prozent der Bevölkerung) registriert. Starke Rückgänge verzeichneten auch Rumänien und Polen. In Österreich gab es um 7024 weniger Geburten als Todesfälle. Bei unseren deutschen Nachbarn nahm die Sterblichkeit um fünf Prozent zu. 986 000 Todesopfer - 46 000 Todesfälle mehr als 2019 - waren im Vorjahr zu beklagen (siehe Video oben).

Während neun EU-Mitgliedsstaaten einen Bevölkerungsrückgang verzeichneten, gab es in den 18 weiteren einen Anstieg. Die EU hat im Jahr 1961 begonnen, die Geburten- und Sterberaten ihrer Mitgliedsländer zu erfassen und zu vergleichen.

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