23.06.2021 11:55 |

krone.at-Kolumne

Sollen wir unsere Kinder wirklich impfen?

Es ist keine leichte Entscheidung, die da unsere Kinder und Jugendlichen, aber auch ihre Eltern zu treffen haben. Denn: Wie sollen sie einen Beschluss fassen, wenn sich nicht einmal die führenden Gesundheitsexperten einig sind? Über das Für und Wider von Impfungen ab zwölf Jahren.

Der versprochene Impfturbo stotterte zwar zu Beginn ordentlich, kam dann aber mit Anfang des Sommers doch ganz gut ins Rollen. Wir sind beim Impfen schon so fix dabei, dass auch das Impfen von Kindern und Jugendlichen möglich wird. Doch kann und soll man da wirklich bedenkenlos zuschlagen?

Kinder nervt das Nasenbohren
Für das Impfen ab zwölf Jahren spricht sicherlich die berechtigte Sehnsucht nach Freiheit. Nach rund einem gestohlenen Jahr ist es nur zu verständlich, dass unser Nachwuchs auch ohne das lästige Nasenbohren die süße Luft der Jugend schnuppern möchte. Und gerade jene Altersgruppe, die aus Solidarität den Älteren gegenüber auf vieles verzichten musste, hat sich ein Stück des Normalitätskuchens redlich verdient. Da kann man ruhig für sie ein paar Impfdosen lockermachen.

Pro: Auch die Jugend muss solidarisch sein
Vor allem epidemiologische Punkte sprechen dafür, Kinder zu impfen. Abgesehen davon, dass auch für sie Corona heftig ausgehen kann, ist die Herdenimmunität ein gutes Argument dafür. Denn: Je mehr Menschen geimpft sind, desto geringer ist das Risiko einer Ansteckung für jene, die sich nicht impfen lassen können. Da mitzutun sollte schon allein aus einem Solidaritätsgedanken selbstverständlich sein. Auch für Jugendliche.

Contra: Man muss kein Impfgegner sein, um Bedenken zu haben
Trotz vieler guter Argumente ist das mulmige Gefühl vieler Eltern nur zu verständlich. Obwohl die Impfung sicher ist und vieles fürs „Ja“ zum Jaukerl beim Kind spricht, ist die Studienlage in dieser Altersgruppe noch ausbaufähig. Dass viele erst auf weitere Daten aus den USA - wo bereits rund 3,3 Millionen Jugendliche erstgeimpft wurden - warten möchten, kann jeder, der Kinder hat, nachvollziehen. Dazu muss man kein Impfgegner sein.

Was in der Diskussion wichtig ist
Was auf jeden Fall wichtig ist, ist, dass die Diskussion übers Impfen von Kindern ohne Schaum vorm Mund geführt wird. Weder Druck noch Vorwürfe helfen bei der Beschlussfindung, aber auch das Geschwurbel der Impfverschwörer hat hier keinen Platz. Wenn eine rationale Impfdiskussion schon bei den Erwachsenen nicht geklappt hat - vielleicht geht’s ja dann, wenn es um unsere Kinder geht.

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