07.06.2021 07:12 |

Grüße nach Israel

Kurz stärkt Netanyahu in Twitter-Video den Rücken

In Israel steht der langjährige Regierungschef Benjamin Netanyahu kurz vor der Ablöse. Den drohenden Machtverlust nahm der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zum Anlass, in einer Videobotschaft seine Rückendeckung für „Bibi“ (Spitzname des Langzeit-Premiers) auszudrücken. Veröffentlicht wurde das kurze Video am Sonntagabend auf Netanyahus Twitter-Account, auf Englisch und mit hebräischen Untertiteln. Kurz bedankte sich darin für die gute Zusammenarbeit während der Corona-Krise und lobte die Erfolge des israelischen Impfprogramms.

„Du warst es, der mich zu Beginn des letzten Jahres als erster vor der massiven Gefahr des Coronavirus gewarnt hat“, sagte Kurz in der undatierten Videobotschaft. Dadurch sei Österreich durch früh gesetzte, harte Maßnahmen relativ effektiv durch die erste Welle der Pandemie gekommen. Er sei „sehr beeindruckt von der Effizienz des Impfprogramms in Israel“, lobte Kurz und verwies auf die im März bei einem Besuch in Israel angekündigte Kooperation bei Impfstoffforschung und - produktion.

„Danke nochmal, ich schätze unsere Kooperation und Partnerschaft sehr und alles Gute nach Israel“, so der Kanzler abschließend.

Sorge vor neuer Eskalation in Israel
Netanyahu stemmt sich derzeit mit allen Kräften gegen den drohenden Amtsverlust. Unter anderem baut der seit 2009 amtierende Regierungschef massiven Druck auf Abgeordnete aus, damit sie nicht für eine von der Opposition geplante neue Regierung ohne ihn stimmen. Seine Unterstützer versammelten sich unter anderem vor den Häusern von Abgeordneten, um dem Ansinnen Netanyahus Nachdruck zu verleihen. Die Stimmung ist so aufgeheizt, dass der Chef des Inlandsgeheimdienst am Wochenende vor einem Blutvergießen warnte.

Die geplante Regierungskoalition aus unterschiedlichen politischen Lagern eint vor allem der Wunsch, Netanyahu nach zwölf aufeinanderfolgenden Jahren im Amt abzulösen. Der Regierungschef steht derzeit wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine Gefängnisstrafe.

Martin Grob
Martin Grob
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