26.05.2021 06:00 |

Zwei Jahre Haft

Opfer (86) betrogen: Falscher Polizist verurteilt

„Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf den richtigen Weg kommen.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich die 86-jährige Zeugin vom Angeklagten. Er ist Mitglied einer Bande von falschen Polizisten, und die Frau war eines der Opfer. Doch sie schwieg nicht, sie setzte alles daran, vor den widerwärtigen Kriminellen zu warnen.

Informieren, aufrütteln, wachsam bleiben – das ist die Botschaft von Christa Chorherr. Die Mutter eines Ex-Politikers berichtete in ihrem Blog im Internet und in einem Film mit der Polizei von eigenen Fehlern, damit andere daraus lernen.

Telefon kontrolliert und umgeleitet
An jenem 28. September 2020 rief sie ein falscher Polizist an, in der Folge läutete das Telefon in zwei Stunden weitere 14-mal. Sie sei bedroht, behauptete der Betrüger, eine Bande würde einen Einbruch planen. Sie müsse Schmuck und Geld in Sicherheit bringen und einem Kollegen übergeben. Der hinterhältige technische Trick der Täter: Sie kontrollierten das Telefon der Frau. Christa Chorherr wollte zur Sicherheit beim Notruf 133 anrufen und landete wieder bei den Betrügern. Zuletzt gab sich ein Komplize sogar als Staatsanwalt aus.

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Ich bin süchtig nach Online-Spielen.

Der Angeklagte vor Gericht

Vor Richterin Claudia Zöllner in Wien stand ein 23-jähriger Türke (Anwalt: Philipp Winkler). „Ich bin süchtig nach Online-Spielen“, jammerte er. Deshalb ließ er sich überreden, im Auftrag des Bandenchefs bei Opfern die Beute abzuholen. In einem zweiten Fall waren es 400 Golddukaten, die ein 87-Jähriger 30 Jahre gespart hatte. Gesamtschaden: fast 200.000 Euro. Urteil: zwei Jahre Haft.

Peter Grotter
Peter Grotter
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