12.05.2021 12:56 |

Ab Sommer

Volkswagen lässt autonome Autos in München fahren

Nach dem Vorbild aus Pennsylvania will Volkswagen schon im kommenden Sommer quasi vor unserer Haustüre mit autonomen Fahrzeugen unterwegs sein - und zwar im Münchner Umland. Es sind Prototypen auf Basis des künftigen des VW ID.Buzz, der u.a. für den Einsatz als selbstfahrendes Shuttle und Transporter geplant ist. In den kommerziellen Betrieb gehen sollen die autonom fahrenden Elektro-Vans dann ab 2025 mit der Konzerntochter Moia in Hamburg.

Leichte Nutzfahrzeuge sind für Volkswagen der erste logische Einsatzort für den autonomen Transport von Menschen und Gütern. Entsprechend wurde die Entwicklungsverantwortung im Konzern auch der Nutzfahrzeugabteilung in Hannover zugeschlagen. Für die Integration der Level-4-Technologie in den vollelektrischen ID Buzz AD hat VW sich tatkräftige Hilfe aus den USA geholt und sich mit einer Milliarde Dollar an Argo AI beteiligt. Das erst 2016 gegründete Tech-Unternehmen, das auch von Ford mit derselben Summe gesponsort wird, entwickelt gerade das nach eigenen Worten „sicherste, intelligenteste und am besten skalierbare selbstfahrende System“.

Testgelände am Münchner Flughafen
Dafür testet Argo AI seit 2018 in sechs US-Städten, sammelt Daten, erstellt hochverdichtete 3D-Karten und simuliert Szenarien am Computer. „Wir betrachten unser Testprogramm als das größte für innerstädtisches Fahren“, sagt Argo AI-Chef Bryan Salesky, der zuvor bei Googles Selbstfahrer-Projekt die Hardware-Entwicklung leitete. Im Sommer dieses Jahres kommt München als erste europäische Stadt hinzu. In der Nähe des dortigen Flughafens hat Argo gerade ein neun Hektar großes Test-Areal für die Besonderheiten des europäischen Verkehrs eingerichtet.

Extrem starke Sensoren
Argos Testfahrzeuge, darunter auch ein VW T6, sind mit einer Kombination aus Kameras, Radar und sogenannten Lidar-Systemen (Light detection and ranging) ausgerüstet, die mit Lichtwellen arbeiten. Vor allem auf einen selbst entwickelten Lidar, der nicht nur Objekte aus einer Distanz von bis zu 400 Metern erfassen kann, sondern diese auch in fotorealistischer Auflösung abbildet, ist das US-Unternehmen besonders stolz. Sein patentierter Scan-Modus soll selbst kleinste Lichtpartikel (von der Größe eines Photons) erkennen, sodass auch sehr schwach reflektierende Objekte detektiert und sehr genaue Darstellungen der Umgebung möglich werden. Damit können die autonomen Fahrzeuge dann auch in stark befahrene Fahrbahnen einfädeln, in engen Gassen mit Gegenverkehr manövrieren oder beim Abbiegen auf Radfahrer und Fußgänger Rücksicht nehmen. Und das Tag und Nacht, sieben Tage die Woche, bei Wind und Wetter.

Moia-Sammeltaxis in Hamburg werden autonom
Für den kommerziellen Einsatz der künftigen Selbstfahrer-Technologie hat VW auch schon sehr konkrete Pläne. So sollen die ersten autonom fahrenden ID Buzz AD ab 2025 als Moia-Shuttles in Hamburg zu sehen sein. Bereits seit April 2019 bietet die Konzerntochter in der Hansestadt ein Sammeltaxi-System mit einer speziell dafür entwickelten, vollelektrischen Fahrzeugflotte an, die inzwischen auf 500 Exemplare angewachsen ist, und sich in kurzer Zeit mit über drei Millionen Beförderungen zum größten rein elektrischen Ridepooling-Service in ganz Europa entwickelt hat - bis Corona das Geschäft zum Erliegen brachte.

ampnet

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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