23.04.2021 05:00 |

Intensivmedizin

Ambitionierter Einsatz auf der Covid-Station

Ärzte und Pflegepersonal geben Einblick in ihr derzeit besonders forderndes Arbeitsleben. Oft ist diese Personengruppe bis an oder über ihre Grenzen hinaus belastet.

An der Abteilung für Innere Medizin des Krankenhauses der Elisabethinen Klagenfurt (Ktn.) wurden zwei Stationen für Covid-Patienten umgerüstet. Seit Beginn der Pandemie erfolgte die Behandlung von 285 schwer Erkrankten (Stand Anfang April 2021). Zu Spitzenzeiten waren die beiden Stationen mit bis zu 50 Covid-Patienten belegt. 63 Kranke sind verstorben. Um in diesen Stationsbereich zu gelangen, muss man erst einen Vorraum betreten, der als Schleuse dient. Dort ziehen alle Beschäftigten ihre Schutzkleidung an: FFP-Maske, Vollvisier (Face Shield), Schutzhaube, Brille, Kittel, Plastikschürze, Handschuhe, Überschuhe. Vor dem Verlassen der Covid-Station wird alles wieder ausgezogen. Dies kostet Zeit, hat fehlerfrei und geübt zu erfolgen. „Jeder Patientenkontakt muss daher noch besser geplant werden“, berichtet DGKP Angelika Kaufmann, stellvertretende Stationsleitung.

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Patienten benötigen Ruhe, Fürsorge und auch im hochinfektiösen Bereich angstlindernde persönliche Worte sowie das Halten der Hände.

DGKP Angelika Kaufmann, stv. Stationsleitung

Die Aufgaben lassen kaum Routine zu
Hohes Fieber, Husten, Luftnot, allgemeine Schwäche, Durchfall und Darmbeschwerden sind die häufigsten Ursachen für die Überstellung ins Spital und damit in die Hände der Covid-Fachkräfte. Die Betreuung der Erkrankten ist aufwändig. Sie benötigen medikamentöse Hilfe, nicht invasive Atemunterstützung (High-Flow-Sauerstofftherapie), müssen umgelagert werden. „Sie sind schwach, können sich nicht waschen, selbstständig essen oder Arzneien einnehmen. Alleine die Morgenpflege nimmt pro Patient mehr als eine Stunde in Anspruch“, gewährt die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Einblicke in ihre tägliche Arbeit. Das Tragen von Mundschutz und Visier erschwert normales Sprechen mit den Patienten. „Die Akustik ist schlecht, und zudem fehlt die Mimik. Das ist sehr ermüdend.“ Verschlechterte sich der Zustand der Schwerkranken dramatisch, werden sie auf eine Covid-Intensivstation verlegt. Hier steigt der Pflege- und Betreuungsaufwand nochmals enorm. Dies betraf bisher ca. vier Prozent aller Covid-Erkrankten des Elisabethinen-Krankenhauses.

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Wenn man Inzidenz und Altersverteilung im Blick behält, kann man sich auf Patientenzuwächse gut vorbereiten und die Kapazitäten erhöhen.

Prim. Dr. Hans Jörg Neumann, Abteilungsvorstand

Einstellen auf Patientenzuwächse
Derzeit ist nur der Teil einer Covid-Normalstation mit fünf Erkrankten in Betrieb, wie Abteilungsvorstand Prim. Hans Jörg Neumann erklärt: „Die Kapazitäten können jederzeit wieder erhöht werden. Wir beobachten sehr genau das Ansteigen der Fallzahlen, aber auch die Auslastung der weiteren Covid-Stationen im Bundesland. Denn wir arbeiten sehr eng zusammen und helfen uns gegenseitig aus.“ So wurden bislang 194 Patienten von externen Abteilungen an das EKH Klagenfurt übernommen. Die Auslastung einer Einrichtung hängt nicht nur von deren räumlichen Gegebenheiten ab. „Es nützt nichts, wenn es freie Betten gibt, aber nicht das nötige Personal“, erklärt Prim. Neumann. „Wir hatten in der Anfangszeit viele Erkrankte unter den Mitarbeitern. Durch Impfung bzw. Immunität aufgrund der durchgemachten Covid-Erkrankung ist seit Wochen kein einziger Fall mehr aufgetreten, weder direkt auf unserer Station, noch im ganzen Krankenhaus.“

Regina Modl
Regina Modl
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