Noch bemerkenswerter als seine weißen Turnschuhe war ein Satz, den der neue Gesundheitsminister am Montag unmittelbar nach seiner Angelobung sagte: „Wichtig ist mir vor allem der soziale Aspekt von Corona.“ Das war überraschend, weil sich der Grüne damit mehr noch als mit seinem Schuhwerk abgegrenzt und festgelegt hat.
Nicht nur die gesundheitlichen, wie man von einem Arzt eher vermutet hätte, sondern vor allem die sozialen Folgen der Krise liegen Dr. Mückstein am Herzen. 400 Tage nach Ausbruch der Pandemie sind mehr als hunderttausend Menschen arbeitslos geworden und in die Armut gerutscht. Sich auf die Seite der Verlierer zu stellen, damit hat Mückstein, durchaus passend zu den Sneakers, Bodenhaftung und Standfestigkeit bewiesen. Eine einfache Linie wird das für den Nachfolger von Rudi Anschober, der sich mit seiner Linie „oft sehr allein“ fühlte, nicht. Bekanntlich hat die Regierung am Montag bei ihrer Klausur ja den Wirtschafts-Comeback-Turbo angeworfen.
Video: Mückstein ist jetzt Minister
Apropos Klausur: Der Grazer ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl hat in einem Interview mit ORF Steiermark vorgeschlagen, gleich alle Fraktionen in Klausur zu schicken. Es brauche einen politischen Neustart, alles andere wäre „demokratiegefährdend“. Der Opposition warf Nagl vor, alles schlechtzureden. Aber auch bei der Arbeit von Türkis und Grün brauche es einen neuen Stil.
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, schrieb Hermann Hesse. Der Turnschuhminister könnte so ein Anfang sein.
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