25.03.2021 14:21 |

Lebenslange Haft

Prostituierte (34) „wie eine Puppe aufgeschnitten“

Er habe sie „wie eine Puppe aufgeschnitten“. Dies erklärte der vorsitzende Richter Wolfgang Etl am Donnerstag am Landesgericht Wien im Prozess gegen einen 22-jährigen gebürtigen Tschechen. Der Angeklagte saß wegen versuchten Mordes zweier Prostituierter sowie absichtlicher schwerer Körperverletzung einer dritten auf der Anklagebank. Das Urteil: lebenslange Haft und Einweisung, nicht rechtskräftig.

Für den 1. Juni 2020 hatte der 22-Jährige Termine bei drei Sexarbeiterinnen in der Bundeshauptstadt vereinbart - bei zwei der drei Frauen handelte es sich um Transsexuelle. Die erste Frau bemerkte noch rechtzeitig, wie der Freier hinter ihrem Rücken plötzlich ein Messer zog, und warf ihn daraufhin resolut aus dem Zimmer. Sie blieb unverletzt. 

Mit Barbiepuppe gespielt
Beim nächsten Termin störte sich der Angeklagte an Menschen, die vor dem Fenster der Wohnung der Prostituierten im Garten saßen, und verließ ohne Dienste in Anspruch zu nehmen die Wohnung. Allerdings machte die Frau eine verstörende Beobachtung, bevor der 22-Jährige den Raum verließ: So zog er eine Barbiepuppe aus der Unterhose und spielte mit dieser.

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Er hat mein Leben total zerstört.

Das 34-jährige Opfer

Nur zwei Stunden später attackierte er eine 34-Jährige in ihrer Wohnung mit einem Messer, und versuchte ihr laut Anklage die Kehle durchzuschneiden. Als die 34-Jährige schrie, stach er mehrfach auf Gesicht, Kopf und Oberkörper der Prostituierten ein. Die Mitbewohnerin hörte jedoch die Schreie und kam zu Hilfe, dürfte der 34-Jährigen so das Leben gerettet haben. Als sie sich dem Täter in den Weg stellte, erlitt sie einen tiefen Schnitt in den Oberarm, konnten sich aber mit ihrer schwer verletzten Freundin aus der Wohnung retten.

Zweimal versuchter Mord, einmal absichtliche schwere Körperverletzung
Im Falle der ersten versuchten, jedoch noch verhinderten Attacke auf die Sexarbeiterin entschieden die Geschworenen einstimmig auf versuchten Mord, ebenfalls im Falle der 34-Jährigen, die laut APA-Bericht vor Gericht erklärte, dass der 22-Jährige „mein Leben total zerstört“ habe. Was die mit dem Messer attackierte Freundin der 34-Jährigen betrifft, entschieden die Geschworenen auf absichtliche schwere Körperverletzung.

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Das Vorgehen passt zu sadistischen Sexualmördern.

Gerichtspsychiater Peter Hofmann

Behauptete der Angeklagte noch beim ersten Prozesstermin, in Notwehr gehandelt zu haben, ergänzte er am Donnerstag, dass ihm leidtue, was passiert sei. „Ich kann Ihnen versichern, so etwas wird nicht mehr passieren“, erklärte der 22-Jährige. Gerichtspsychiater Peter Hofmann jedoch sieht in dem Angeklagten einen potenziellen Serientäter. Das Vorgehen „passe“ zu sadistischen Sexualmördern, meinte Hofmann, und warnte eindringlich vor dem 22-Jährigen. Dem Mann sei es darum gegangen, „maximalen Schmerz“ zuzufügen.

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