25.03.2021 12:52 |

Orte ziehen Notbremse

Wilde „Spring Break“-Partys schüren neue Ängste

Ausufernde Straßenpartys, Vandalismus, Schlägereien: Angesichts eines andauernden Ansturms feiernder Besucher inmitten der Corona-Pandemie haben die Behörden in Miami Beach im US-Bundesstaat Florida den geltenden Notstand am Dienstag bis 30. März verlängert. Doch die Strandfeten ufern immer noch aus - Masken und Babyelefant sind out, Alkohol, Flirten und geselliges Zusammensein in. Betroffene Orte ziehen nun nach Fällen von Vandalismus, Schlägereien und Waffenbeschlagnahmungen die Notbremse.

Man könnte glauben, in den USA gäbe es kein Corona: Tausende Urlauber bräunen sich auf den unzähligen Sandstränden, Menschen bummeln ohne Masken in Geschäften, Bars und Lokale sind gut gefüllt und im ganzen Land pilgern Studenten und Junggebliebene in Scharen an die Strände, um ausgelassene Partys im Rahmen des sogenannten Spring Breaks zu feiern. Doch eines ist gewiss: Das Coronavirus feiert mit!

Miami Beach rief Notstand aus
Dichtes Gedränge, null Abstand, dichtes Treiben auf den Städten: Experten befürchten berechtigterweise, dass rückkehrende Urlauber die Pandemie erneut anfachen könnten. Miami Beach hat inzwischen den Notstand ausgerufen. Eine abendliche Ausgangssperre und mehr Polizei sollen die Massen im Zaum halten. „Die Botschaft ist klar: verantwortungsbewusst Urlaub machen oder festgenommen werden“, lautet der aktuelle Slogan der Stadt. „Wir haben null Toleranz für öffentliche Trunkenheit, Straßenkämpfe, jegliche Diebstähle und die Nutzung illegaler Drogen.“

Video: Tausende „Spring Breaker“ genießen das Badewetter

Ausgangssperre, Alkoholverbot an Stränden
Im Südzipfel der Stadt im Bereich der Partymeile rund um den Ocean Drive gilt nun ab 20 Uhr eine Ausgangssperre, die von der Polizei durchgesetzt wird. An den Stränden darf ganztags kein Alkohol mehr konsumiert werden. Die Brücken, um von Miami kommend in die Stadt Miami Beach zu gelangen, werden nachts weitestgehend gesperrt.

Schlägereien, Pfeffersprayeinsatz, Dutzende Festnahmen
Die Mischung aus Bikini-Wetter, Musik, reichlich Alkohol und vielen gleichgesinnten Partygängern lieferte am vergangenen Wochenende schockierende Bilder. Die Feten waren zeitweise so aus dem Ruder gelaufen, dass die Polizei auch Pfefferspray einsetzte, um die Menge auseinanderzutreiben. Es gab Schlägereien, Dutzende wurden festgenommen.

„Es ist eine unmögliche Lage“, klagte Bürgermeister Dan Gelber am Montag im Sender ABC laut APA. „Es scheint so, als wären wir das einzige wirkliche Urlaubsziel im ganzen Land, das offen ist, deswegen kommen Zehntausende Menschen hierher.“ Der Notstand soll nun bis 11. April gelten.

Mehr als 1050 Festnahmen, Waffen beschlagnahmt
Die örtliche Polizei meldete für die vergangenen sechs Wochen bereits mehr als 1050 Festnahmen, in mehr als 100 Fällen seien auch Waffen beschlagnahmt worden. Ein Fall schockierte die Stadt: Zwei jungen Männern wird vorgeworfen, eine 24-jährige Urlauberin in einem Hotel unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Danach stahlen sie ihre Kreditkarten und feierten weiter, die junge Frau wurde später tot aufgefunden, wie die Zeitung „Miami Herald“ berichtete.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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