25.03.2021 13:57 |

Update „wie Malware“

Fremde Druckerpatronen sabotiert: Klage gegen HP

Der US-amerikanische IT-Gigant HP ist wegen fragwürdiger Updates für seine Drucker verklagt worden, mit denen die Nutzung billiger Fremd-Tintenpatronen unterbunden wurde. Kunden in den USA haben sich zu einer Sammelklage zusammengeschlossen, ihre Anwälte sehen in der Vorgangsweise des Computerriesen „Malware-Methoden“.

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Hintergrund: HP hat in der Vergangenheit immer wieder Updates für seine Drucker veröffentlicht, die den Gebrauch von Dritthersteller-Tintenpatronen nachträglich unmöglich machen. Druckte der Drucker vor dem Update noch anstandslos mit der billigen Fremd-Tinte, verweigerte er nach dem Update mit Verweis auf eine defekte Patrone den Dienst. Dabei war die Patrone nicht defekt, sondern schlicht nicht von HP.

Immer wieder Problem-Updates bei HP
Updates, die Fremd-Tinte unbrauchbar machen, hat HP in den letzten Jahren immer wieder ausgeliefert, berichtet „WinFuture“. Vorgewarnt wurden die Kunden nicht, mitunter waren die Updates als „Wartungs-Update“ deklariert. Für Kunden, die sich vor dem Update mit billiger Tinte eingedeckt hatten, diese aber danach nicht mehr nutzen konnten, waren solche Methoden besonders ärgerlich. Bei ihnen wurde im Wesentlichen ihr ganzer Tintenvorrat unbrauchbar gemacht.

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Die Updates fügen Code hinzu, löschen oder verändern den Code, vermindern die Fähigkeiten von HP-Druckern und machen die Tintenpatronen der Mitbewerber inkompatibel mit HP-Druckern.

Auszug aus der Sammelklage

Darum geht es auch bei der neuen Sammelklage in Kalifornien: Die Kläger wollen Schadensersatz für die „Unbrauchbarmachung“ ihrer Drucker. Was HP als Firmware-Update deklariere, sei in Wahrheit etwas, das „wie Malware“ wirke, so die Anwälte. Die Updates „fügen Code hinzu, löschen oder verändern den Code, vermindern die Fähigkeiten von HP-Druckern und machen die Tintenpatronen der Mitbewerber inkompatibel mit HP-Druckern.“

Vorgehen bei HP führte schon öfter zu Klagen
Die Kläger fordern einerseits Schadensersatz, andererseits ein Verbot solcher Vorgehensweisen und damit ein Ende solcher Eingriffe in bereits verkaufte Ware. Ob das Gericht ihnen Recht gibt, bleibt abzuwarten: HP wurde in den letzten Jahren immer wieder Ziel solcher Klagen: 2016 und 2017 kam es zu Prozessen in den USA, 2018 wurde HP in Australien zu einem Bußgeld verteilt.

Beendet hat der Hersteller die Praxis deshalb nicht, lieferte wenige Monate später bereits das nächste Problem-Update aus. Das legt nahe, dass die mit Originaltinte zum Literpreis von Edel-Champagner erzielten Profite die von den Update-Klagen verursachten Kosten übersteigen ...

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