Warnung vor „Kollaps“

SPÖ: Lockerungen wären wie „Öl ins Feuer gießen“

Politik
21.03.2021 09:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Gesundheitsministerium hält Lockerungen in der aktuellen Situation für nicht sinnvoll - das sieht auch die SPÖ so. Parteichefin Pamela Rendi-Wagner warnte in dem Zusammenhang vor einem „Kollaps der Intensivstationen“. Die NEOS wünschen sich „ein neues Kapitel im verkorksten Corona-Management“, plädieren für Tests und „differenziertere Maßnahmen“. Die FPÖ dagegen meinte, ein weiterer Lockdown würde „nicht zum erhofften Ergebnis“ führen, zeigte sich aber für „jede Form der Zusammenarbeit“ bereit.

„Keine Phase der großen Lockerungen“ sieht Gesundheitsminister angesichts der aktuellen Infektionslage. Da stimmt ihm die SPÖ zu: „Das wäre Öl ins Feuer gießen“, erklärte Rendi-Wagner gegenüber der APA. Sie begrüßte die angekündigten regionalen Maßnahmen, diese alleine würden allerdings nicht ausreichen. „Keiner will Schließungen, aber noch viel weniger Menschen wollen einen Kollaps der Intensivstationen und eine Gefährdung der Gesundheitsversorgung in Österreich.“ 

Rendi-Wagner: „Die Regierung sollte ehrlich sein“
Sie forderte mehr Transparenz: Je länger man warte, desto schwieriger und langwieriger werde es gegenzusteuern. „Diese Wahrheit ist den Menschen zumutbar. Die Regierung sollte ehrlich sein und deutlich sagen, wie schwierig die Situation ist.“

FPÖ: Treffen solllten „nicht im Schatten erfolgen“
FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer zeigte sich in Vorfeld der Beratungen kooperativ, hielt aber an der bekannten FPÖ-Linie grundsätzlich fest. „Ich stehe für jede Form der Zusammenarbeit zur Verfügung, die Österreich schneller aus der Krise führen kann. Ich befürchte jedoch, dass ein weiterer Lockdown nicht zum erhofften Ergebnis führen wird“, sagte er gegenüber der APA. Zusammenkünfte außerhalb des Familienverbandes sollten „nicht im Schatten erfolgen“, sondern in erster Linie im öffentlichen Raum. Denn dort gebe es „klare Regeln“ und alle Erfordernissen, „die zur Bekämpfung von Ansteckungen hilfreich sind“.

Hofer meinte, man müsse bei der Jugend ansetzen: „Da nach Expertenmeinung die Schulen Treiber für die aktuell hohen Fallzahlen sind, ist unter dieser Annahme der rasche Ankauf von Luftreinigungsgeräten für die Klassenzimmer mit allen Mitteln umzusetzen“, so sein Wunsch. Darüber hinaus forderte er eine schnelle Vorgangsweise beim Impfen sowie Unterstützung der Forschung bei der Entwicklung von Medikamenten gegen lebensbedrohliche Symptome.

NEOS: „Beschränkungen dürfen nie die Norm werden“
Die NEOS forderten die Regierung dazu auf, „ein neues Kapitel im verkorksten Corona-Management“ aufzuschlagen. „‘Alles auf‘ oder ‘Alles zu‘ ist nach einem Jahr jedenfalls nicht mehr der Weg, der dazu führt, dass eine Balance zwischen Gesundheit - auch der psychischen -, Wirtschaft und Gesellschaft gefunden wird“, sagte Parteichefin Meinl-Reisinger. Obwohl man die Entwicklung sehr ernst nehme, müssten „endlich klügere und differenziertere Maßnahmen“ gefunden werden: „Beschränkungen dürfen nie die Norm werden“, so Meinl-Reisinger. Man müsse „rascher impfen und testen“. So sei auch eine Öffnung der Schulen möglich.

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