06.03.2021 12:00 |

„Gewalt angedroht“

Extremisten-Übergriff: Moschee erstattet Anzeige

„Unter Androhung von Gewalt und mit massiven Einschüchterungsversuchen“ habe eine Gruppe von Extremisten versucht, sich Zutritt zu einem Moscheeverein zu verschaffen und die Betenden und den Imam zu vertreiben. Einer der Extremisten habe sogar eine Schusswaffe gezogen. Das berichtete die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) am Samstag. Nach dem bedrohlichen Vorfall sei eine „kleine Gruppe“ islamistischer Extremisten bei der Polizei angezeigt worden.

Die Extremisten hätten den Betenden vorgeworfen, vom wahren Glauben abgekommen zu sein. „Wir lassen uns weder von Rechtsextremisten noch von extremistischen Gruppierungen, die sich zwar auf den Islam berufen, ihren blinden Hass aber mittlerweile auch gegen die Mitglieder unserer Religionsgemeinschaft und gegen unsere Moscheen richten, einschüchtern. Der Terror-Anschlag vom 2. November galt uns allen, auch uns Muslimen“, betonte IGGÖ-Präsident Ümit Vural am Samstag.

Kritik: Keine Schutzkonzepte für Moscheen
Der Vorstand der betroffenen Moscheegemeinde der IGGÖ habe sich daraufhin entschlossen, den Übergriff zur Anzeige zu bringen. Vural sicherte der betroffenen Moscheegemeinde intensive Betreuung und Hilfestellung zu - und wies darauf hin, dass es keinerlei Schutz- und Sicherheitskonzepte für Moscheen in Österreich gebe, obwohl diese immer wieder Ziel von Übergriffen seien.

Die politischen Verantwortungsträger sollten „ihre Blockadehaltung der IGGÖ gegenüber“ überdenken und im Kampf gegen extremistische Gruppierungen mit ihr kooperieren, bekräftigte er.

Quelle: APA

Friedrich Schneeberger
Friedrich Schneeberger
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