SV Ried - Wiener Neustadt 1:0
Das Überraschungsteam der bisherigen Saison setzte sich gegen den SC Wiener Neustadt 1:0 (1:0) durch. Der Spanier Nacho (Bild) erzielte in der 8. Minute den entscheidenden Treffer für die Oberösterreicher. Ried (37 Punkte) wird den Jahreswechsel nun mit zumindest einem Zähler Vorsprung auf Sturm Graz beschließen. Die Steirer (33) sind erst Sonntag in Salzburg im Einsatz.
Die Rieder "Wikinger" erwiesen sich im Duell mit dem Tabellensechsten den Temperaturen entsprechend als eiskalt. Bereits der erste Angriff der Hausherren führte zum erhofften frühen Erfolg. Carril setzte links Thomas Schrammel ideal ein, Nacho vollendete dessen Stanglpass zum 1:0. Wiener Neustadts Defensive sah dabei nicht gut aus.
Innviertler spielten auf Konter
Mit der Führung im Rücken konnte die vor dem Anpfiff für den Herbstmeistertitel ausgezeichnete Elf von Trainer Paul Gludovatz ihr System ausspielen. Die laut Medienberichten im Winter vor einem Ausverkauf stehenden Niederösterreicher mussten reagieren, Ried wartete auf den Konter. Zwingende Torchancen ergaben sich in einer spielerisch mäßigen Partie dennoch keine.
Schrammel (31.) - der beste Rieder - sorgte aus der Distanz noch für oberösterreichische Torgefahr. Die Mannschaft von Peter Schöttel, in der Bernd Besenlehner anstelle des gesperrten Tomas Simkovic sein Debüt in der Start-Elf gab, kam erst gegen Ende der ersten Spielhälfte auf: Patrick Wolf (41.) und Pavel Kostal (45.), dessen Kopfball von Schrammel vor der Linie abgewehrt wurde, ließen die 4.100 Zuschauer noch einmal zittern.
Wr. Neustäder Sturm ohne Durchschlagskraft
Wiener Neustadt war auch in der ersten Viertelstunde nach Seitenwechsel die aktivere Mannschaft. Auch mit der zusätzlichen Spitze Mirnel Sadovic ließ der SC aber Durchschlagskraft in der Offensive vermissen. Ried legte in der Drangperiode des Gegners noch einmal zu und fand durch Anel Hadzic (50.) und Martin Stocklasa (74.) gute Chancen auf die Entscheidung vor.
Erst im Finish wackelte der Sieg der Innviertler noch einmal gehörig: Alexander Grünwald und Christian Ramsebner ließen in der 91. Minute im Doppelpack Zielgenauigkeit vermissen. Für Ried war es im dritten Saisonduell mit Wiener Neustadt der dritte Sieg ohne Gegentreffer.
SK Rapid - Wacker Innsbruck 3:3
Rekordmeister Rapid Wien ist gegen Aufsteiger Wacker Innsbruck nicht über ein 3:3 (1:1) hinausgekommen. Hamdi Salihi (17., 65.) und Rene Gartler (50.) erzielten die Treffer für die Hütteldorfer. Die Gäste durften nach Toren des Slowenen Miran Burgic (27., 53.) sowie Goalgetter Marcel Schreter (58./Foulelfer) jubeln und sich nach einer tollen sowie abwechslungsreichen Partie über einen Punktgewinn freuen.
Die Gäste begannen respektlos und verbuchten bereits in der vierten Minute einen Stangenschuss von Burgic, nachdem sich zuvor Löffler gegen Kayhan durchgesetzt hatte. Innsbrucks Debütant Marco Koflers erster Einsatz in der höchsten Spielklasse war bereits nach knapp 15 Minuten zu Ende, der Außenverteidiger verdrehte sich das linke Knie, musste mit Verdacht auf Meniskusverletzung vom Feld getragen und wenig später durch Koch ersetzt werden.
Ausgleich nach unnötigem Hedl-Ausflug
Die kurzzeitige numerische Überlegenheit nutzte Rapid zur Führung: Nach Vorarbeit von Gartler und Salihi flankte Kavlak ideal auf Salihi, der per Kopf aus kurzer Distanz nur noch einzunicken brauchte (17.). Die Führung der Grün-Weißen währte aber nur zehn Minuten: Nach einem perfekten Pass in die Tiefe von Abraham und einem unnötigen, weil halbherzigen Ausflug von Rapid-Goalie Hedl traf Burgic aus spitzem Winkel außerhalb des Strafraums via Innenstange glücklich zum verdienten Ausgleich.
Danach spielten die Innsbrucker munter weiter und hätten in der 30. Minute nach einem Rempler von Kayhan gegen Burgic im Strafraum durchaus einen Elfer zugesprochen bekommen können. Außerdem sorgten Schreter per Rückzieher (43./Hedl hält) und Hauser mit einem Gewaltschuss (45./knapp vorbei) für Gefahr.
Drei Assists von Veli Kavlak
Rapid verbuchte dagegen in Hälfte eins nur noch einen Schuss von Gartler an die Außenstange (37.), nützte jedoch auch nach der Pause gleich die erste Chance: Nach erneuter Idealflanke von Kavlak, der sich gegen Bilgen durchsetzte, war diesmal der aus abseitsverdächtiger Position gestartete Gartler per Kopf zur Stelle (50.). Diesmal dauerte es sogar nur drei Minuten, bis die Gäste den Rückstand egalisierten: Nach einem Lochpass von Schreter und einer Unaufmerksamkeit von Kayhan, der die Abseitsfalle aufhob, setzte sich Burgic im Duell mit dem erneut zögerlich herauslaufenden Hedl durch und traf wieder aus spitzem Winkel zum 2:2.
Unmittelbar nach der Innsbruck-Führung machten die Rapid-Fans ihrem Unmut über die Hedl-Fehler Luft und forderten mit Sprechchören den Einsatz von Tormann Helge Payer. Fünf Minuten später traf Hedl aber keine Schuld, denn Schreter, der zuvor von Soma im Strafraum mit dem Fuß unabsichtlich im Gesicht getroffen worden war, verwertete den fälligen Foulelfer sicher zum 3:2 für das Kogler-Team (58.). Auch diese Führung hielt nicht lange, nur sieben Minuten später erzielte Salihi volley nach mustergültiger Freistoßflanke von Kavlak mit seinem bereits zehnten Saisontor das 3:3 (65.).
Hütteldorfer seit elf Spielen in Serie ungeschlagen
In der Rapid-Viertelstunde hatte Salihi eine weitere Chance nach einer Kavlak-Freistoßflanke, diese jedoch mit seinem schwächeren linken Fuß weit übers Tor gejagt. Die Innsbrucker hatten sogar einen echten Matchball, als Rapid-Leihgabe Prokopic im Konter bedrängt von Heikkinen knapp am Tor vorbeischoss (89.). So blieb es beim gerechten 3:3, nach dem Rapid nun schon elf Spiele en suite (fünf Siege, sechs Remis) ungeschlagen ist. Gegen den Aufsteiger aus Innsbruck, der zuvor in elf Spielen nur vier Tore erzielt hatte, ist der Rekordchampion in dieser Saison aber noch ohne Sieg.
Kapfenberger SV - LASK Linz 2:2
Der LASK hat im Kampf gegen den Abstieg einen wichtigen Punkt erkämpft. In Kapfenberg holte das engagiert auftretende Tabellenschlusslicht mit dem "letzten Aufgebot" ein 2:2 (1:1) und verkürzte den Rückstand auf Mattersburg auf zwei Zähler. Der zweite Punkt der Ära Zellhofer bedeutete, dass die Steirer trotz der Treffer von Michael Gregoritsch und Deni Alar erstmals nach vier Partien ein Heimspiel gegen die Linzer nicht gewannen.
Mayrleb in "ewiger" Torschützenliste Dritter
Christian Mayrleb hatte die Linzer, die schon acht Spiele sieglos sind, bereits in der 3. Minute in Führung geschossen und kletterte mit seinem 186. Oberhaus-Treffer in der "ewigen" Bundesliga-Torschützenliste (seit 1974/75) aufs Podest. Der 38-jährige Oberösterreicher zog als nunmehriger Dritter mit Peter Pacult gleich und liegt nur noch einen Treffer hinter Ivica Vastic. Spitzenreiter Hans Krankl (270) ist freilich nur noch theoretisch einzuholen.
Der LASK bot den "Falken" auf dem gut geräumten, aber doch etwas rutschigen Kapfenberger Geläuf beflügelt durch die schnelle Führung durch Mayrleb per Kopf wider Erwarten von Beginn an gut Paroli. Ohne acht Spieler - darunter Kapitän Aufhauser und Einsergoalie Mandl, der durch den Bundesliga-Debütanten Pavao Pervan vertreten wurde - brachten die Linzer sogar eine spielerische Note in ihre Aktionen, fingen sich aber schnell den Ausgleich ein: Gregoritsch verlängerte einen schussartig angetragenen Freistoß von Kocin per Kopf zum 1:1 (14.).
Zwei reguläre LASK-Tore aberkannt
Besonders bitter wirkten sich aus Sicht der Linzer zwei Abseits-Fehlentscheidungen in der 25. und 41. Minute aus: Erst hatte Kogler nach Mayrleb-Zuspiel, dann Mayrleb selbst nach Kogler-Pass getroffen - beide eigentlich regelkonformen Tore fanden aber nicht die Anerkennung von Schiri Dintar.
Kurz vor dem Seitenwechsel vergab Alar per Kopf noch die Riesenchance auf das 2:1 für die Hausherremühelos Chinchilla-Vega stehen und traf aus wenigen Metern zur Führung und seinem zehnten. Saisontor (51.).
Chinchilla-Vega bessert Fehler mit Ausgleich aus
Weil Gregoritsch (53.) und Elsneg (59.) die Vorentscheidung fahrlässig vergaben, zeigte der LASK im Gegensatz zu den jüngsten Partien weiter Moral und Offensivgeist - und Chinchilla-Vega erhielt noch die Gelegenheit, sich für seinen Fehler beim 1:2 zur revanchieren. Nach einem Freistoß köpfelte Kocin gegen die eigene Latte, den Abpraller verwertete der Mann aus Costa Rica zum Ausgleich (72.).
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