17.01.2021 11:51 |

Neue Verschärfungen

Lockdown länger, mehr Abstand, FFP2-Maskenpflicht

Längerer Lockdown, die Ausdehnung des Mindestabstandes auf zwei Meter und eine FFP2-Maskenpflicht nicht nur in Handel, sondern auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln - das sind die Eckpunkte der Verschärfungen, die die Regierung am Sonntag verkündet hat. Nötig werden die strengeren Maßnahmen wegen der hochansteckenden britischen Virus-Mutation und der nicht genug gesunkenen Neuinfektionszahlen. Die Verschärfungen „machen nicht glücklich und sind alles andere als populär, aber es ist notwendig, sie zu treffen, auch wenn es alle schon satthaben“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz, der von einer „vollkommenen Normalität“ im Sommer überzeugt ist, bei der Pressekonferenz.

Um ein neuerliches Ansteigen der ohnehin weiterhin viel zu hohen Werte - so mussten auch am Sonntag mehr als 1250 neue Corona-Fälle vermeldet werden - zu verhindern und Zeit zu gewinnen, bis möglichst viele Menschen in Österreich gegen das Coronavirus geimpft sind, sei es „notwendig, klare Entscheidungen über die weitere Vorgehensweise zu treffen“, heißt es von der Regierung. Man habe mit den Landeshauptleuten ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt und werde wöchentlich die Entwicklungen evaluieren.

Kurz sicher: „Im Sommer vollkommene Normalität“
Man wolle damit ein Stück Planbarkeit bieten, so Kurz. Es werde jedenfalls seine des Öfteren genannte Prognose vom Licht am Ende des Tunnels „ganz sicher“ eintreten - mehr noch: Er sei überzeugt, dass im Sommer wieder „vollkommene Normalität“ herrschen werde. Ab dem Zeitpunkt, ab dem alle über 65-Jährigen geimpft seien, sei die Gefahr, dass das Gesundheitssystem überlaste, gebannt.

Je nach Zulassung der Impfstoffe werde Österreich spätestens im Mai „in eine andere Phase“ kommen. Die nächsten zwei bis drei Monate seien aber noch schwierig. Man müsse eine Situation wie in England oder Irland vermeiden, wo die Mutation zu einem explosionsartigen Anstieg der Infektionszahlen geführt habe.

Das sind die Verschärfungen ab dem 25. Jänner:

  • Der generelle Mindestabstand wird von einem auf zwei Meter ausgeweitet.
  • Die Pflicht, eine FFP2-Maske zu tragen, gilt ab dann im Supermarkt, in Tankstellenshops und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber bereits bis dahin empfiehlt der Kanzler, eine FFP2-Maske statt eines weniger effektiven Mund-Nasen-Schutzes zu tragen.
  • FFP2-Masken werden im Lebensmittel-Einzelhandel „zum Selbstkostenpreis“ angeboten, wurde betont. Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober werde dieser  „wirklich gering“ sein. Personen, die sich in einer schwierigen sozialen Lage befinden, sollen die Masken gratis zur Verfügung gestellt bekommen.

Der Lockdown wird bis 7. Februar verlängert, ab dem 8. Februar sollen dann erste Öffnungsschritte erfolgen.

  • So sollen Handel, körpernahe Dienstleister und Museen unter strengen Auflagen öffnen.
  • Die Schulen bleiben bis zu den Semesterferien im Distance Learning.
  • In Oberösterreich und der Steiermark werden die Semesterferien um eine Woche nach vor verlegt. Das bedeutet, dass der Start des zweiten Semesters in Wien und Niederösterreich am 8. Februar erfolgt, in den restlichen Bundesländern am 15. Februar.
  • Die Selbsttests an den Schulen sollen, wie bereits angekündigt, ab dann wöchentlich durchgeführt werden.
  • Gastronomie und Tourismus bleiben auch noch im Februar zu. Mitte des Monats soll dann evaluiert werden, wie es weitergehen soll und ob eine Öffnung im März möglich ist.
  • Weiterhin will man auf Home-Office überall dort setzen, wo es möglich ist.

Video: Das Statement von Bundeskanzler Kurz in voller Länge

Video: Das Statement von Gesundheitsminister Anschober

Video: Das Statement von Bürgermeister Michael Ludwig

Weitere Details zu Wirtschaft, Tourismus, Schule, Sport und Kultur
In einer zweiten Pressekonferenz um 13 Uhr informieren Finanzminister Gernot Blümel, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger, Bildungsminister Heinz Faßmann sowie Vizekanzler Werner Kogler und Kunst-Staatssekretärin Andrea Mayer über weitere Details, die Wirtschaft, den Tourismus, die Schulen, den Sport und die Kultur betreffend. Auch darüber berichten wir umfassend.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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