Unruhen in Frankreich

Extremist getötet: Gewalteskalation befürchtet

Ausland
20.02.2026 13:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der gewaltsame Tod des ultrarechten Aktivisten Quentin Deranque hat in Frankreich für politische Unruhe gesorgt. Trotz befürchteter neuer Gewalt soll ein Trauermarsch für den getöteten Extremisten erlaubt werden ...

„Ich kann eine Demonstration nur verbieten, wenn es erhebliche Risiken für die öffentliche Ordnung gibt und diese nicht einzudämmen sind“, sagte Innenminister Laurent Nuñez am Freitag dem Sender RTL (siehe Tweet unten). Er wolle die Meinungsfreiheit nicht einschränken. Die Demonstration in Lyon solle aber sehr stark gesichert werden.

Der Bürgermeister von Lyon, der Grüne Grégory Doucet, hatte dazu aufgerufen, den geplanten Trauermarsch zu verbieten. Er verwies auf das Risiko neuer Gewalttaten. Auch die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) forderte ein Verbot der Veranstaltung. Der Parteichef Jordan Bardella des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) rief die Mitglieder der Partei auf, sich nicht an dem Trauermarsch zu beteiligen.

Die Sprecherin einer Anti-Abtreibungsbewegung rief zu dem Trauermarsch auf. Der 23-jährige Deranque, der Verbindungen zu rechtsextremen und erzkatholischen Gruppen hatte, war am Donnerstag vergangener Woche bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rechts- und linksextremen Gruppen in Lyon niedergeschlagen und mit Fußtritten gegen den Kopf schwer verletzt worden. Er starb am Samstag an den Folgen der stumpfen Gewalteinwirkung. Der Fall sorgt kurz vor den französischen Kommunalwahlen im März für Unruhe in allen politischen Lagern.

Ermittlungen laufen, Verdächtige in U-Haft
Die Justiz nahm am Donnerstag Ermittlungen gegen sechs junge Männer wegen vorsätzlicher Tötung und gegen einen wegen Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung auf. Bei Letzterem handelt es sich um einen parlamentarischen Mitarbeiter eines LFI-Abgeordneten.

Der 25 Jahre alte Jacques-Elie Favrot hatte eingeräumt, sich an den Gewalttaten beteiligt zu haben, erklärte aber, nicht für die tödlichen Tritte verantwortlich gewesen zu sein.

Das Ableben von Quentin Deranque sorgt für enorme Aufregung.
Das Ableben von Quentin Deranque sorgt für enorme Aufregung.(Bild: AFP/SAMEER AL-DOUMY)

Die Verdächtigen im Alter zwischen 20 und 26 Jahren befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Mehrere von ihnen hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Verbindungen zu linksextremen Gruppen. Manche hätten gestanden, sich an Gewalttaten beteiligt zu haben, einige von ihnen hätten zudem unerlaubt Waffen gehabt, hieß es weiter. Alle hätten jedoch den Vorwurf der vorsätzlichen Tötung zurückgewiesen.

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