03.01.2021 17:53 |

„Chef im Ring“

Kraft: „Kamil Stoch hat uns alle abgezockt“

Die Vierschanzentournee steht an und wenn es soweit ist, springt ein vorher farbloser Kamil Stoch in Bestform aus der Kiste. Der polnische Haudegen trotzte den widrigen Bedingungen im dritten Tournee-Bewerb in Innsbruck, gewann souverän und führt vor dem Finale in Bischofshofen am Mittwoch die Tournee-Wertung an. Kaum jemand zweifelte im Anschluss des Bergisel-Springens daran, dass sich der dreifache Olympiasieger seinen dritten Gesamt-Sieg noch nehmen lässt.

Mit einem 27. Rang beim Heimweltcup in Wisla gestartet, scheint der 33-Jährige seine Form wieder einmal optimal geplant zu haben. Zweiter in Oberstdorf, Vierter in Garmisch-Partenkirchen und nun in Innsbruck sein insgesamt siebenter Sieg bei einem Tournee-Springen. Zu verdanken war das einem fabelhaften ersten Sprung (127,5 m) in einer Phase, als die versammelte Konkurrenz um den zuvor souverän führenden Halvor Egner Granerud (116,5) mehr als Federn lassen musste. Stochs Vorsprung in der Gesamtwertung vor seinem Landsmann Dawid Kubacki (Tages-Dritter) beträgt vor den letzten beiden Sprüngen 15,2 Punkte, also etwas mehr als acht Meter.

Die Corona-Ausgabe der Tournee hat für das polnische Team längst eine wundersame Wendung genommen. In Oberstdorf waren sie wegen eines Coronafalls ihres Teamkollegen Klemens Muranka noch kollektiv ausgeschlossen worden, wurden aber nach 22 Stunden, zwei weiteren negativen Testreihen und unter Wohlwollen der Konkurrenz „begnadigt“. Nun könnte Polen wie 2017, 2018 (jeweils Stoch) und 2020 (Kubacki) den Gesamtsieger stellen.

Kamil hat gezeigt, dass er der Chef im Ring ist
„Kamil hat gezeigt, dass er der Chef im Ring ist“, sagte Stefan Horngacher, der Tiroler Cheftrainer der Deutschen, im deutschen Fernsehen. Österreichs Topmann Stefan Kraft sprach nach Platz acht von einem knappen Bewerb. „Bis auf Kamil, der uns alle abgezockt hat.“ Selbst Alexander Stöckl, der Cheftrainer des drittplatzierten Norwegers Granerud, meinte: „Der Kamil ist ein routinierter Athlet. 20 Punkte sind sehr viel.“

Stoch selbst war logischerweise überglücklich. „Ich fühle mich fantastisch, das war ein sehr guter Tag für mich und das Team“, so Stoch, der sich von den kniffligen Bedingungen nicht aus der Ruhe hatte bringen lassen. „Es war sehr schön, hier so gute Sprünge zu zeigen, das ist eine meiner Lieblingsschanzen.“ Die nächste steht im Salzburger Pongau bereit: Auf der Paul-Außerleitner-Schanze hat Stoch 2017 und 2018 gewonnen.

krone Sport
krone Sport
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 23. September 2021
Wetter Symbol