16.12.2020 07:22 |

Bundesheer soll helfen

Epidemiologe bemängelt Schutz von Risikogruppen

Es gelinge zurzeit nicht, vor allem die Covid-19-Risikogruppen in den Alters- und Pflegeheimen vor Infektionen zu schützen, erklärte der Epidemiologe Gerald Gartlehner. Das stv. Ampel-Kommissionsmitglied schlägt zudem vor, mit Unterstützung des Bundesheers Besucher und Mitarbeiter solcher Einrichtungen noch gezielter und regelmäßiger zu testen. Angesichts des gerade erst beendeten Lockdowns seien die Fallzahlen insgesamt momentan „besorgniserregend hoch“.

Obwohl das Weihnachtsgeschäft weiterhin zu wünschen übriglasse, würde das vorweihnachtliche (Einkaufs)-Verhalten insgesamt zu vielen weiteren Neuinfektionen führen, prognostizierte Gartlehner. „Die momentanen Zahlen sind, finde ich, noch immer eindeutig zu hoch“, sagte der Experte für Evidenzbasierte Medizin von der Donau-Universität Krems.

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Der Einfluss der zusätzlich durch die Massentests gefundenen Infizierten, sei mit nur rund 4000 insgesamt eher gering. Die Sorge vor relativ vielen falsch positiven Testungen, die Gartlehner und Kollegen im Vorfeld hegten, habe sich nicht in größerem Ausmaß materialisiert. Die eingesetzten Tests seien glücklicherweise „eindeutig besser als befürchtet“ gewesen.

Bundesheer-Einsatz in Pflegeheimen angeregt
Der Wissenschafter wünscht sich aber vor allem einen gezielteren, koordinierteren Einsatz im Pflegebereich oder bei Rettungsorganisationen „Wenn sich die Testungen mehr auf Risikopopulationen konzentrieren, könnte das Ganze aber schon Sinn machen. Es muss aber mehr als eine einmalige Aktion sein.“ Angesichts der aktuell hohen Infektionsraten bei Über-85-Jährigen verstehe er etwa nicht „warum das Bundesheer jetzt nicht in Pflegeheimen eingesetzt wird und dort wirklich alle Personen bei Dienstantritt und die Besucher testet“.

Ein Weg aus der flächendeckenden Rotfärbung der österreichischen Corona-Ampel zeichne sich momentan jedenfalls kaum ab. Zwar sehe man in einzelnen Bezirken deutliche Rückgänge, um eine regionale Rückstufung vorzunehmen, brauche es aber ein markantes kontinuierliches Absinken über mehrere Wochen.

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