21.11.2020 10:00 |

Parkwächter attackiert

Familienausflug endete für Tiroler vor Gericht

Mit seiner Großfamilie wollte ein türkischstämmiger Tiroler (19) Anfang Juli einen gemütlichen Tag im Innsbrucker Hofgarten verbringen. Doch es kam zu einem Streit mit einem Parkaufseher. Dabei drehte der junge Mann offenbar völlig durch und verletzte den Beamten. Nun wurde der 19-Jährige verurteilt.

„Ich bin nicht schuldig und es gibt auch nichts, wofür ich mich entschuldigen müsste“, meinte der 19-Jährige, der besonders höflich vor Richterin Andrea Stefan am Innsbrucker Landesgericht auftrat. Doch ein Innsbrucker Parkwächter hat scheinbar eine andere Seite des Angeklagten erlebt. „So aggressiv wie der war, so habe ich noch nie jemanden erlebt“, meinte der Beamte noch immer aufgebracht.

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Ich habe ihn in den Schwitzkasten genommen, aber geschlagen habe ich ihn nicht. Das würde ich vor den Kindern nie machen.

Der Angeklagte vor Gericht

Es war bereits zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, als die kleinen Nichten und Neffen des 19-Jährigen für ein Foto auf einen Baum kletterten. Doch als sich ihr Onkel dann auch noch für eine Spritztour einen Elektro-Roller schnappte, reichte es dem Aufsichtsorgan. Er zückte sein Handy und machte zum Unmut des jungen Mannes Fotos und Videos von ihm. „Ich habe ihn in den Schwitzkasten genommen, aber geschlagen habe ich ihn nicht. Das würde ich vor den Kindern nie machen“, rechtfertigte sich der 19-Jährige, der bereits zweimal wegen ähnlicher Vorfälle in den Genuss einer Diversion kam. „Wenn ich ihn ins Gesicht hätte schlagen wollen, dann hätte ich auch getroffen.“

„Ihr Verhalten war hier einfach inakzeptabel“
Für die Richterin war es irrelevant, ob er mit der Faust zugeschlagen oder ihn „nur“ in den Schwitzkasten genommen hat. „So ein Verhalten ist einfach inakzeptabel, auch wenn ich Zweifel habe, dass vierzehn Tage Krankenstand wegen einer Becken- und Schulterprellung gerechtfertigt waren.“

Sie verurteilte den angehenden Friseur – nicht rechtskräftig – zu einer zur Hälfte bedingten Geldstrafe von 960 Euro. Die Republik Österreich, die für den Verdienstausfall des Parkwächters 1300 Euro vom Angeklagten will, verwies die Richterin aber auf den Zivilrechtsweg.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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