03.11.2020 11:56 |

Tipps von Psychologin

So bringen Sie Ihren Kindern bei, was passiert ist

Nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt hat Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) in Absprache mit dem Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) vereinbart, am Dienstag die Schulpflicht in Wien auszusetzen. Trotz Notbetriebs haben sich wenige Kinder in den Klassen eingefunden. Wie aber bringt man - vor allem kleineren - Kindern am besten bei, dass sie in die Schule gehen sollen, dürfen bzw. müssen - oder auch nicht? Wie erklärt man ihnen, was am Montagabend passiert ist?

Was man im Umgang mit dem Nachwuchs in dieser Situation berücksichtigen soll, das weiß die Psychologin und Leiterin der Kinderschutzorganisation „Die Möwe“, Hedwig Wölfl. Sie rät, den aktuellen Erkenntnisstand der Polizei in kindgerechter Sprache erklären: Was ist passiert (es gab einen Anschlag mit Toten und Verletzten in der Wiener Innenstadt)? Was wird dagegen getan (Polizei und Rettung arbeiten für unsere Sicherheit)? Sind wir in Gefahr (Nein, in unserer Wohnung bist du in Sicherheit, auch die Schule ist gesichert, …)?

Kindern muss Sicherheit vermittelt werden
Terrornachrichten lösen Unsicherheit und Ängste aus, deshalb sei es wichtig, den Kindern Sicherheit zu vermitteln, so Wölfl. Dazu gehöre auch, das Vertrauen in die Gefahrenabwehr durch die Polizei stärken. Das persönliche und familiäre Sicherheitsgefühl lasse sich am besten durch Normalität (Frühstück wie immer, konkrete Pläne für den Tag machen, etc.) stabilisieren.

Ganz wichtig sei es, weder zu „katastrophisieren“ noch zu bagatellisieren, sondern die Kinder sachlich über die Vorfälle aufzuklären. Man müsse dabei darauf achten, weder Ängste zu verstärken noch so zu tun, als wäre nichts passiert oder die Aufregung wäre lächerlich. Kinder würden meist ohnehin sehr pragmatisch mit solchen Ereignissen umgehen.

Entscheidung nicht den Kindern überlassen
Ob die Kinder die Schule besuchen oder nicht, ist eine elterliche Entscheidung und sollte nicht den Kindern überlassen werden, so die Psychologin. Eltern sollten mit ihren Kindern klare Vereinbarungen treffen bezüglich Hinbringen oder -fahren bzw. Abholen und eine Tagesstruktur planen.

Wenn nötig, dann sollten sich die Eltern auch selbst beraten lassen und, sofern notwendig, auch den Kindern und Jugendlichen professionelle Hilfe zukommen lassen. Eine solche bieten unter anderem „Die Möwe“, Rat auf Draht (Telefonnummer 147 oder hier), die Kinderschutzzentren oder das Jugendamt. 

Damita Pressl hat sich bei Irene Kautsch, Psychologin bei der „Möwe“, erkundigt, wie Eltern die Ereignisse mit ihren Kindern am besten besprechen können, und wie sie unterstützend wirken können. 

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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