03.11.2020 02:11 |

Tote, Verletzte

Terrorattacke erschüttert Wiener Innenstadt

Ein Terrorangriff in der Nähe des Schwedenplatzes und an mindestens fünf weiteren Tatorten hat am Montagabend die Wiener Innenstadt erschüttert. Zahlreiche Verletzte wurden mittlerweile bestätigt, es gibt auch mehrere Tote. Die Verdächtigen verwendeten Langwaffen und Messer. Ein Täter trug einen Sprengstoffgürtel, der sich später als Attrappe herausstellte. Laut Innenminister Karl Nehammer befindet sich zumindest ein Täter weiterhin auf der Flucht. Zumindest zwei Passanten - eine Frau und ein Mann - kamen bei dem Anschlag ums Leben. Ein Verdächtiger wurde außerdem von der Polizei getötet.

Zunächst soll gegen 20 Uhr ein Polizist angeschossen worden sein, der eine Synagoge in der Seitenstettengasse bewachte. Danach sind laut Augenzeugen zumindest 50 weitere Schüsse gefallen. Bei den sechs Tatorten handelt es sich um folgende Straßen und Plätze in der Wiener Innenstadt:

Die Polizei spricht von einem „zeitlichen Zusammenhang“ bei den Schüssen an den sechs Innenstadtstandorten. 

Ein Zeugen-Video zeigt die Anhaltung mehrerer Verdächtiger: 

Chronologie der bisherigen Ereignisse
Die Polizei veröffentlichte auf Twitter eine erste Chronologie der Ereignisse. Demnach hätten die Schüsse um 20 Uhr von der Seitenstettengasse ausgehend begonnen. Mehrere Täter griffen mit Langwaffen und Messern bewaffnet sechs unterschiedliche Ziele in der Innenstadt an. Außerdem ist bestätigt, dass die Polizei einen Täter erschossen hat. Aufnahmen von Augenzeugen sollen einen der Verdächtigen zeigen.

Triage-Platz in der Innenstadt eingerichtet
Die Wiener Berufsrettung gab bekannt, dass es mehrere Todesopfer und Verletzte gibt. „Zahlenmäßig eingrenzen können wir das noch nicht, wir sind noch dabei, uns einen Überblick zu verschaffen.“ Im Bereich der Innenstadt errichtete die Rettung einen Triage-Platz, um Verletzte nach Schwere ihrer Blessuren und Dringlichkeit einordnen zu können.

Auf dem Video ist einer der mutmaßlichen Täter zu sehen:

Mit automatischer Waffe geschossen
„Es hat sich nach Krachern angehört“, schilderte ein Augenzeuge. „Dann hat man gemerkt, das sind Schüsse. Dann sah man eine Person die Seitenstetten herunterlaufen, (der hat) mit einer automatischen Waffe wild geschossen. Der ist dann abgebogen, hinunter, beim (Lokal) ,Roter Engel‘ von dort in Richtung Schwedenplatz. Er hat dort wild weitergeschossen. Dann kam die Polizei und hat geschossen.“

„Bleiben Sie zu Hause“
Innenminister Nehammer bat die Bevölkerung eindringlich darum, zu Hause zu bleiben. Die Polizei gehe von mehreren Tätern aus. Unterdessen bestätigte der Sprecher des Gesundheitsverbundes, Christoph Mierau, dass vorerst 15 Verletzte im Zusammenhang mit dem Attentat in Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes aufgenommen wurden. Bürgermeister Michael Ludwig bestätigte noch in der Nacht, dass neben einem männlichen Passanten auch eine Frau ihren schweren Verletzungen erlegten ist.

Augenzeugen berichteten von „mindestens 50 Schüssen“. Es waren Bilder von mindestens einem Verletzten zu sehen, der vor einem Lokal blutend am Boden lag und versorgt wurde.

Auf Twitter kursiert auch ein Video, auf dem die Polizei im Einsatz zu sehen ist und auch Schüsse zu hören sind:

Die interne Sicherheit der israelitischen Kultusgemeinde in Österreich wies alle jüdischen Mitbürger dazu an, ihre Wohnungen bzw. Häuser nicht zu verlassen. Der Einsatz der Polizei ist nach wie vor im Gange.

„Definitiv ein Terroranschlag“
Bundeskanzler Sebastian Kurz wies die Bevölkerung an, dort zu bleiben, wo sie jetzt sicher sei, und bestätigte, dass es sich „definitiv um einen Terroranschlag“ gehandelt habe. Der Kanzler berichtete von einer „sehr angespannten Sicherheitslage“ in Wien. Da die Täter zur Stunde noch auf der Flucht sind, sei die Gefahr „noch nicht vollständig gebannt“.

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