08.11.2020 06:01 |

krone.at-Test

Warten auf das Netz mit dem ZTE Axon 11 5G

Während Apples iPhone gerade in die 5G-Ära startet, drängt die neue Mobilfunkgeneration in der Android-Welt längst in die Mittelklasse. 5G gibt es hier längst nicht mehr nur in der 1000-Euro-Klasse, sondern im Fall des ZTE Axon 11 5G auch um die Hälfte. Wir haben es ausprobiert - und ein gutes Smartphone kennengelernt, das man auch billiger haben könnte.

Günstigstenfalls rund 550 Euro kostet das ZTE Axon 11 5G mit 128 Gigabyte Speicher derzeit im Online-Preisvergleich. Rund 300 Euro kostet es in einer etwas abgespeckten Variante ohne 5G-Funk, mit MediaTek- statt Qualcomm-Chip und etwas geringerer Kameraauflösung.

Für den Mobilfunk der Zukunft zahlt man also erheblichen Aufpreis - und das, ohne dass es derzeit massentaugliche Tarife oder lückenlose Netze gäbe. 5G findet man nur in den Ballungsräumen - und dort meist nur draußen. Wer mit dem für die meisten Anwendungen völlig ausreichenden LTE das Auslangen findet, kann also mit 5G getrost noch warten und viel Geld sparen.

Was abgesehen von 5G im Axon 11 5G steckt, sehen Sie hier:

ZTE Axon 11 5G

CPU

Qualcomm Snapdragon 765G:
2,4 + 2,2 + 6 x 1,8 GHz

RAM

6 GB

Diagonale

6,47 Zoll

Auflösung

2340 x 1080 Pixel (OLED, HDR10)

Speicher

128 GB

Speicherkarten-Slot

Bis 2 TB

Hauptkamera

64 MP (F/1.89) Hauptkamera (PDAF)
8 MP (F/2.2) Weitwinkelkamera
2 MP (F/2.4) Makrokamera
Tiefensensor

Frontkamera

20 MP (F/2.0)

Funk

5G, LTE, .ax-WLAN, Bluetooth 5.1, NFC, GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo

Maße

159,2 x 73,4 x 7,9 Millimeter;
168 Gramm

Akku

4000 mAh

Extras

Fingerscanner im Display
Metall-Glas-Chassis
kabelloses Laden (Qi)

Software

Android 10

Preis

Ab ca. 550 Euro

Mit seinem aktuellen Qualcomm-Prozessor und sechs Gigabyte RAM bietet das ZTE Axon 11 5G genug Leistung für ein flüssiges Android-Erlebnis, Multi-Tasking und schnelle App-Starts. Tatsächlich sollte Qualcomms Mittelklasse-Chip auch den meisten Gaming-Ansprüchen genügen: „PUBG Mobile“ zum Beispiel stemmte der Prozessor im Test ohne Probleme.

Helles, scharfes OLED-Display mit wenig Rand
Das Display ist ebenfalls sehr gut: Dank OLED-Technologie hat man es mit viel Kontrast und leuchtenden Farben zu tun. Die maximale Helligkeit sollte auch draußen ausreichend sein, die seitliche Ablesbarkeit ist gegeben. Weil das Display sehr schmale Ränder hat und fast die gesamte Gerätefront ausfüllt, ist das Gerät für 6,47 Zoll Diagonale noch vergleichsweise kompakt.

Starke Hauptkamera, Makrokamera selten nützlich
Die Dreifach-Kamera mit Tiefensensor an der Rückseite lugt etwas aus dem Gehäuse hervor, sollte also mit einer Hülle vor Kratzern geschützt werden. Der, wie heute bei Smartphones üblich, mit Algorithmen zur Bildverbesserung unterstützte 64-Megapixel-Sensor der Hauptkamera lieferte im Test gute Ergebnisse. Auch bei weniger optimalen Lichtverhältnissen wird schnell scharfgestellt und rauscharmes Bildmaterial geliefert, bei gutem Licht sowieso. Die hohe Auflösung erleichtert es bei Bedarf, später Ausschnitte aus einem Bild zu vergrößern.

Die zusätzliche Weitwinkelkamera ist immer dann nützlich, wenn man ein großes Motiv einfangen will, von dem man nicht weiter weggehen kann. Die Makrokamera erschien uns dagegen eher als Spielerei - da sind die Zoomkameras, die manche Konkurrenten mitbringen, wahrscheinlich häufiger von Nutzen. Die Frontkamera genügt auch hohen Selfie-Ansprüchen.

Filmen ohne optische Bildstabilisierung
Dass man bei der Kamera nicht ganz in der High-End-Klasse mitspielt, merkt man neben der Abwesenheit einer Zoomlinse auch an der elektronischen statt optischen Bildstabilisierung. Die arbeitet zwar meist ebenfalls gut, gerade bei der Videoaufzeichnung holt optische Stabilisierung aber noch ein bisserl stabilere Aufnahmen heraus.

Gute Ausstattung - aber keine Audioklinke
Die übrige Ausstattung gefällt: Der Fingerscanner im Display arbeitet zuverlässig, der Speicher ist per microSD-Karte erheblich erweiterbar, die Funkausstattung ist auf der Höhe der Zeit und schnelles (USB-C bei bis zu 18 Watt) bzw. kabelloses Laden gibt es auch. Was fehlt, ist ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für verkabelte Kopfhörer, außerdem ist das ZTE Axon 11 5G im Gegensatz zum teils deutlich teureren Mitbewerb nicht wasserfest.

Sauber verarbeitet, rutschige Kanten
Bei der Verarbeitung braucht sich das Gerät nicht zu verstecken. Solider Metallrahmen, Front und Rückseite von Glas bedeckt, sogar mit geriffeltem Entsperrknopf versehen, hat das Axon 11 5G eine hochwertige Anmutung. Spalten oder sonstige Verarbeitungsmängel haben wir nicht entdeckt.

Das Handling gefällt insgesamt, die stark abgerundeten Kanten können sich aber in Kombination mit dem gläsernen Gehäuse als etwas rutschig erweisen. Der 4000-mAh-Akku bringt das Axon 11 5G bei normaler Nutzung gut durch den Tag, sparsame Naturen werden auch einen zweiten herausholen. Gamer müssen mitunter schon am ersten Tag nachladen.

Die Software des Axon 11 5G hat uns im Test auch gut gefallen. Android 10 ist mit wenigen optischen Änderungen an Bord und gut anpassbar, etwa mit Gestensteuerung. Es gibt ein bisschen Bloatware, die sich aber problemlos deinstallieren lässt. Die gängigen Google-Dienste sind im Gegensatz zu den Geräten des schwer von US-Sanktionen gebeutelten ebenfalls chinesischen Rivalen Huawei alle an Bord.

Fazit: Das ZTE Axon 11 5G ist ein gutes Smartphone, für das man allerdings einen 5G-Aufpreis zahlt, für den man im gegenwärtigen Angebot der Mobilfunker wenig bekommt. Hoher Rechenkraft, einer insgesamt guten Kamera, sauberer Verarbeitung und vernünftiger Ausstattung stehen der fehlende Klinkenanschluss, die etwas rutschigen abgerundeten Gehäusekanten und eine nur selten nützliche Makro- statt Zoomlinse gegenüber. Mit kleineren Abstrichen bekäme man das Meiste davon auch schon beim Modell ohne 5G um rund 300 Euro.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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