Krimi-Farce

"Unter Strom" mit "Tatort"-Kommissar Harald Krassnitzer

Kino
13.10.2010 16:02
Ein frisch geschiedenes Paar keift sich ununterbrochen an. Ein dümmlicher Kleinganove merkt nicht, dass seine Frau von seinem besten Freund schwanger ist. Eine zwangsneurotische Polizistin liebt ihren heimlich schwulen Chef und der einen ebenso heimlich schwulen Minister. Ein alternder Liebhaber hat nach mehreren Viagra-Einwürfen eine Dauererektion. Mit mehr Unglück als Verstand landen alle zusammen in einem Waldhaus. "Unter Strom", eine Entführungs-Blödelei von Zoltan Paul, ist genauso anstrengend, wie sie klingt.

Unschuldig wegen Mordes verurteilt, türmt Frankie (Hanno Koffler) aus dem Gerichtssaal und nimmt Geiseln: Harald Krassnitzer ("Tatort") als frustrierter Hausmann und Catrin Striebeck als fiese Karrierefrau wurden bei ihrer Scheidung soeben des Saales verwiesen und keppeln sich am Gang weiter an, als sie ins gemeinsame Auto bugsiert und schließlich ins gemeinsame Ferienhaus gekidnappt werden. Ihnen hinterher: Polizeichef Jochen Kaminski (Ralph Herforth), den persönliche Motive antreiben, und die übersensible Kommissarin Sigrid Freesmann (Sunnyi Melles), die ihren Chef nicht nur mit ihren Avancen terrorisiert, sondern sich ihm auch endlich beruflich beweisen will.

Im Waldhäuschen, wo der viagragestärkte Liebhaber der Geschiedenen bereits in nichts als dem Bademantel gewartet hat, sind in der Zwischenzeit auch des Kidnappers bester Freund (Robert Stadlober) und seine junge Ehefrau (Anna Fischer) angekommen, die allerdings nicht nur gemeinsam angereist sind, sondern die Untersuchungshaft des Gemahls auch für eine ausgiebige Affäre samt Schwangerschaft genutzt haben. So weit die Voraussetzungen. Was dann noch fehlt? Eine weiterführende Handlung vielleicht, aber da sind Zoltan Paul leider nicht viel mehr als ein paar ziemlich konfuse Eskalationen eingefallen.

Dabei hätte er viel Zeit dafür gehabt: Vier Jahre dauerten die Vorbereitungen und die schwierige Finanzierung von "Unter Strom". Wegen der knappen Drehtage habe er Sorgen gehabt, erzählt der Regisseur im Presseheft, diese seien aber schnell verflogen: "Die Schauspieler verstanden die Temperatur des Films sofort." Vielleicht erklärt das, warum sie sich nicht mehr bemüht, sondern bestenfalls lauwarme Charaktere in eine ziemlich abgestandene Krimi-Suppe gemischt haben.

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