Fehling & Bleibtreu

Freud und Leid des jungen Dichters: "Goethe!"

Kino
13.10.2010 16:20
Als Kinoheld war der deutsche Dichterfürst schon lange nicht mehr zu sehen. Umso erfreulicher ist nun der Film mit dem knappen Titel "Goethe!". Regisseur Philipp Stölzl präsentiert darin den jungen Johann Wolfgang von Goethe voller Fantasie und Talent, aber noch ohne den ganz großen Welterfolg, den er allerdings bald schon mit seinem Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" haben sollte. Zusammen mit seinen Drehbuchautoren Christoph Müller und Alexander Dydyna zeigt Stölzl, woher der junge Dichter seine Inspiration zum "Werther" bezog und unter welchen Umständen er das Buch schrieb.

In den ersten Szenen studiert der etwas leichtsinnige Johann Wolfgang (Alexander Fehling) im Straßburg des Jahres 1772 Jus, mehr aber noch Wein, Weib und Gesang. Gerade hat er sein Drama "Götz von Berlichingen" beendet und hofft nun auf schnellen literarischen Ruhm. Doch der lässt sich noch etwas Zeit, denn das später berühmt gewordene Drama fand auf Anhieb keine Gnade beim Verleger.

Nun greift Goethes besorgter Vater ein und verschafft seinem Sohn eine Stelle als Referendar beim Reichskammergericht im hessischen Wetzlar. Für den 22-Jährigen beginnt eine schwierige Zeit in dem öden, von Schmutz und Enge geprägten Provinzstädtchen. Besonders ein strenger Vorgesetzter, der Gerichtsrat Kestner (Moritz Bleibtreu), macht Goethe das Leben und Arbeiten nicht leicht. Doch schon bald lernt der spätere Literaturstar auf einem Ball die hübsche, schlagfertige Lotte Buff (Miriam Stein) kennen. Diese wohnt im nahen Dorf Wahlheim zusammen mit dem verwitweten Vater (Burghart Klaußner) und etlichen jüngeren Geschwistern, für die sie die Mutterrolle übernehmen muss.

Natürlich, so jedenfalls im Kino, verlieben sich die beiden ineinander, Briefe werden gewechselt, und in einer malerischen Ruine, in die beide zum Schutz vor einer Regenflut flüchten, kommt es auch zu einer körperlichen Begegnung. Der historischen Wahrheit dürfte gerade Letzteres nicht entsprechen. Aber Stölzl wollte ja, wie es im Presseheft zu dem Film heißt, "das verstaubte Bild einer deutschen Legende in neuen Farben leuchten" lassen.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: "Nordwand"-Regisseur Philipp Stölzl entstaubt den romantischen Klassiker mit Verve, verbindet Dichtung und Wahrheit, Kostüm-Opulenz und moderne Sprache und nimmt sich so die künstlerischen Freiheiten, die es braucht, um die literarischen Anfänge und Herzensturbulenzen des Dichterfürsten in unsere Zeit zu tragen. Als junger Poet überzeugt Alexander Fehling, der in seinem charmanten Ungestüm an den Schauspieler Heath Ledger erinnert.

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