29.09.2020 17:00 |

Refluxzentrum im BKH

Reuttener Phalanx sagt dem Sodbrennen den Kampf an

Wenn es in der Speiseröhre brennt, ist ab nun die Feuerwehr nicht mehr weit. Im Bezirkskrankenhaus Reutte wurde ein Refluxzentrum eingerichtet. Einzigartig in Österreich ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von vier Fachrichtungen, welche die Diagnostik treffsicher machen soll. Experten und modernste Geräte sind unter einem Dach vereint, kürzlich erhielt man ein neues Diagnostiktool.

Während beim sauren Regen das Unheil von oben kommt, stößt es bei rund einem Viertel der Österreicher von unten sauer auf. Reflux nennen es die Insider, besser bekannt als Sodbrennen. „Man kann es durchaus als Volkskrankheit bezeichnen“, sagt Primar Edward Shang, der Leiter der Allgemeinen Chirurgie im BKH Reutte. Der Reflux sei nicht nur lästig, er könne zu chronischem Reizhusten, Schlafstörungen oder sogar zu Asthma führen. Bleibt das Problem im Ventilmechanismus am Übergang von der Speiseröhre in den Magen lange unbehandelt, kann es zu narbigen Verengungen oder in seltenen Fällen sogar zu Speiseröhrenkrebs kommen.

Refluxzentrum Vorreiter in Österreich
Um diesen ernst zu nehmenden Folgen den Kampf anzusagen, wurde im Bezirkskrankenhaus Reutte nun ein in Österreich einzigartiges Refluxzentrum geboren. Die Geburt ist ein Teamwork der Bereiche Chirurgie, HNO, Innere Medizin und Gastroenterologie und diese Seilschaft macht das neue Zentrum auch einzigartig. Einzigartig ist also die geballte Kompetenz unter einem Dach.

Vier Fachrichtungen in Diagnostik eingebunden
„Eine gute Diagnostik ist entscheidend für die individuell optimale Behandlungsmethode“, weiß Primar Shang. Das sollen die Befunde aus allen vier Fachrichtungen garantieren. Oft reiche es, die Lebens- & Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Für einige Patienten wiederum sei eine Operation mit minimalinvasiven Techniken die beste Wahl. Das neue Refluxzentrum vereint nicht nur die kognitiven Expertisen des interdisziplinären Teams. Teil der Strategie sind auch modernste Untersuchungsgeräte. So erhielt man vor wenigen Tagen Hard- und Software zur so genannten High-Resolution-Manometrie. Shang: „Dieses Gerät misst die Druckverhältnisse der Speiseröhrenmuskulatur, deren Kenntnisse vor einer OP essenziell sind.“

Patienten mögen sich telefonisch unter 05672/601430 für ein Erstgespräch melden. „Es sind kurze Wege, wir bieten alles nötige hier im Haus an“, ergänzt Direktor Eugen Ladner. Die Kosten der Behandlungen aller Art werden von der Krankenkasse getragen.

Hubert Daum
Hubert Daum
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