27.09.2020 14:00 |

Bei Ausfall der Saison

VP-Tourismussprecher: „Wohlstand in Tirol bedroht“

ÖVP-Tourismussprecher Mario Gerber glaubt, dass die Reisewarnung der Deutschen 80% der Gäste abschreckt. Der Herbst sei gut gebucht gewesen, „doch jetzt hagelt es Stornos und die Gäste, die hier sind, wollen heim“.  Der Stanglwirt in Going scheint einer der wenigen, die sich dem Trend widersetzen können. Er entschärft die Lage mit einer Teststation. 

Dramatisch!“ Mit diesem Wort beschreibt VP-Tourismussprecher Mario Gerber die Situation in der Tiroler Hotellerie nach der Einstufung Tirols als Risikoland: „Die Betriebe waren gut gebucht, wir hätten einen gewaltigen Herbst gehabt“, sagt Gerber: „Doch jetzt hagelt es Stornos. Und die Gäste, die hier sind, wollen umgehend heim.“ Gerber schätzt, dass nur ein kleiner Teil, vielleicht noch 20%, bleibt bzw. trotz Reisewarnung kommt. „Davon kann aber kein Betrieb (über-)leben. Zudem sind ja Waren geliefert und Mitarbeiter eingestellt.“ Eine Krisensitzung jagt nun die andere. 

Welle an Stornierungen
Tatsächlich setzte die Stornowelle bereits wenige Stunden nach der verhängnisvollen Entscheidung ein: „Es hagelte mehrere Absagen binnen drei Stunden“, sagt Hotelier Guido Gamauf vom Innsbrucker Altstadthotel Weißes Rössl. Nur wenige Betriebe blieben bislang verschont.

Stanglwirt verschont
Einer davon: Der Stanglwirt in Going. „Wir registrierten nur vereinzelt Stornos“, sagt Maria Hauser: „Wir haben über Nacht eine Teststation in unserem Hotel hochgefahren, das war mit einem Labor schon vorbereitet.“ Folge: Gäste können sich vor der Abreise testen lassen, müssen dann zu Hause nicht in Quarantäne. Zuletzt waren die 170 Zimmer so gut wie ausgebucht.

Freitagabend, als die deutsche Reisewarnung plötzlich Realität war, sei nur ein einziger Gast abgereist. Aus Angst vor einem samstäglichen Stau vor der Grenze, den es dann nicht gab. Hauser bleibt Optimistin: „Wir haben in 400 Jahren zwei Weltkriege und andere Krisen überstanden. Jetzt heißt es zusammenhalten im Land. Wir müssen Wohlgefühl statt Angst und Panik verbreiten.“

Tourismussprecher Gerber appelliert auch an alle Tiroler, die Maßnahmen einzuhalten: „Es geht längst nicht mehr nur um den Tourismus, unser Wohlstand insgesamt ist bedroht.“

 Tiroler Krone
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