11.10.2020 05:59 |

krone.at-Test

Elite Atlas Aero: Wenns mal wieder länger dauert

Jeder Gamer kennt es: Ist man erst einmal so richtig im Spiel, verrinnen die Stunden wie Minuten. Zumindest, wenn nicht vorher das Headset drückt. Ein besonders komfortables, obendrein kabelloses Exemplar will Turtle Beach mit dem Elite Atlas Aero an den Mann bringen. Wir haben es getestet - und würden bei entscheidenden Schlachten dann doch zum Kabel greifen.

Die technischen Daten: Das rund 400 Gramm schwere geschlossene Over-Ear-Headset deckt ein Frequenzspektrum von 12 Hertz bis 20 Kilohertz ab, wird über einen beigelegten Wireless-Receiver mit dem PC verbunden und verfügt über zwei große 50-Millimeter-Treiber. Die Akkulaufzeit beziffert Turtle Beach mit 30 Stunden, das Mikro ist abnehmbar.

Klinkenkabel anschließbar
Neben dem Mikrofon-Anschluss gibt es direkt am Gerät einen microUSB-Port zum Aufladen und einen Anschluss für ein beiliegendes 3,5-Millimeter-Klinkenkabel, falls man das Headset doch verkabelt betreiben möchte. Für den Transport lässt sich das Elite Atlas Aero platzsparend zusammenklappen, es gibt gut zu ertastende Bedienelemente für die Lautstärke- und Mikrofonregelung und virtuellen Surround-Sound.

Der Tragekomfort ließ im Test nichts zu Wünschen übrig, höchstens die wärmende Wirkung an heißen Tagen steht längeren Gaming-Sitzungen im Weg. Die weich gepolsterten Hörer und der nicht minder weich gepolsterte Bügel sorgen dafür, dass das Gerät trotz 400 Gramm Gewicht auch beim längeren Tragen nicht unangenehm drückt. Die Konstruktion aus Hartplastik und metallenem Bügel macht einen robusten und langlebigen Eindruck.

Gefälliger, basslastiger Klang
Klanglich hinterlässt das Elite Atlas Aero einen guten Eindruck. Es liefert standardmäßig einen ausgewogenen, eher bassbetonten Sound und stellt beim Spielen druckvolles Geballer und Dialoge gleichermaßen sauber dar. Die Lautstärkereserven sollten genügen, als extrem laut kann man das Elite Atlas Aero aber nicht bezeichnen. Die Höhen - durchaus klar in der Darstellung - wird sich manch einer vielleicht noch etwas in den Vordergrund holen wollen, was in der zugehörigen Treiber-Software reibungslos klappt.

Dort findet man auch noch allerlei andere Einstellmöglichkeiten, aktiviert den virtuellen Raumklang, einen Dialog-Booster, einen Modus, der im Spiel Schritte verstärkt, wodurch man den Gegner besser wahrnehmen soll und einen Equalizer, den man nach Belieben mit Profilen für Spiele und andere Aktivitäten personalisieren kann. Auch Tastenkürzel, um die Einstellungen in der Hitze des Gefechts anpassen zu können, darf man hier definieren.

Gut gemachte Software, zweckmäßiges Mikro
Bis man die Möglichkeiten der Begleit-Software alle durchprobiert hat, dauert es zwar ein wenig, grundsätzlich ist das Tool aber stabil und übersichtlich und gut benutzbar. Der virtuelle Raumklang liefert ein etwas besseres Mittendringefühl, generell kann man die Richtung, aus der Geräusche kommen, gut orten. So präzise wie das bei einem vollwertigen Surroundsystem der Fall wäre, ist die Simulation aber freilich nicht.

Das Mikrofon erfüllt seinen Zweck, überträgt gesprochene Sprache unverzerrt und klar verständlich in den Voicechat. Nur vereinzelt war im Test Knarzen zu hören - am ehesten am Anfang oder Ende einer Sprachübertragung.

Gelegentliche Funkaussetzer - Neustart hilft
Nicht restlos zuverlässig arbeitete im Test die Funkverbindung: Obwohl keine zwei Meter vom Empfänger entfernt und mit vollem Akku gesegnet, verloren wir im Test mehrmals die Funkverbindung. Hie und da waren auch Tonaussetzer festzustellen.

Das Elite Atlas Aero aus- und wieder einzuschalten half jedes Mal, bei einem Headset der 150-Euro-Klasse ist das dennoch ärgerlich und manch einer wird, wenn Zuverlässigkeit gerade wichtiger als kabellose Freiheit ist, das Klinkenkabel anschließen. Dann könnte man allerdings auch gleich zu einem günstigeren Headset mit Kabel greifen.

Fazit: Hoher Tragekomfort, guter Klang und die sauber gemachte und reich mit Einstellmöglichkeiten gefüllte Begleit-Software sprechen für das Elite Atlas Aero. Auch die robuste Verarbeitung gefällt. Das Mikro erfüllt seinen Zweck, ausgerechnet die Funkverbindung erwies sich im Test aber ab und zu als störrisch. So bequem kabellose Headsets sind: Zuverlässiger beschallt wird man als Spieler dann eben doch von Headsets mit Kabel.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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