Ermittlungen in Spital

Narkosemittel Propofol: Patient tot, Frau gelähmt

Laut einem anonymen Schreiben, das der „Krone“ zugespielt wurde, wird gegen einen Oberarzt eines Spitals in Niederösterreich wegen fahrlässiger Tötung, schwerer Körperverletzung und gefährlicher Drohung ermittelt. Ein Patient starb, eine Frau erlitt einen Infarkt, war teils gelähmt. Auslöser: das Mittel Propofol.

Das Narkosemittel, das - weit verbreitet - vor Operationen verabreicht wird, stand bereits Anfang Juni unter heftiger Kritik. Ein Wiener Mediziner hatte Fläschchen davon in seiner Praxis unsachgemäß gelagert, es dann aber trotzdem drei Frauen in einer Kinderwunschklinik injiziert. Eine starb, die beiden anderen überlebten.

Nun droht der nächste Skandal: Laut der anonymen Sachverhaltsdarstellung soll ein niederösterreichischer Mediziner mutmaßlich zu große Mengen Propofol verabreicht haben. Ein Patient, der im August 2019 zur Gallengangsuntersuchung kam, starb nach Komplikationen. Eine Frau, an der im Juli 2019 die gleiche Behandlung durchgeführt wurde, erlitt einen Herzinfarkt und vom Hals abwärts Lähmungserscheinungen.

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Der Verdächtige soll den Patienten regelmäßig eine weit überhöhte Dosis an Propofol verabreicht haben. Dies kann sogar zum Tod eines Patienten führen.

Auszug aus der Sachverhaltsdarstellung

Ermittlungen im Gange
Die Staatsanwaltschaft, die die Untersuchungen gegenüber der „Krone“ bestätigte, prüft nun, inwiefern die Vorfälle auf das Narkotikum, an dem einst auch Musik-Superstar Michael Jackson starb, zurückzuführen sind und wie viele Fälle es geben könnte.

Nebenbei wird wegen gefährlicher Drohung ermittelt. Der Arzt soll Mitarbeitern gedroht haben, ihnen einen Ex-Häftling zu schicken, der sich um sie kümmere. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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