10.09.2020 08:45 |

Neuerliche Brände

Moria: 406 Minderjährige aufs Festland gebracht

Tausende Menschen haben die erste Nacht nach dem Großbrand auf den Straßen rund um das als unmenschlich kritisierte Flüchtlingslager Moria verbracht. Nun sind erste Maßnahmen zur Unterbringung von Menschen angelaufen. 406 unbegleitete Minderjährige, die allesamt einen Corona-Test hinter sich haben, wurden an Bord eines Flugzeugs von Lesbos zur griechischen Hafenstadt Thessaloniki gebracht, weitere sollen folgen. Eine Fähre und zwei Schiffe der griechischen Kriegsmarine sollen Hunderten Menschen als neue Unterkunft dienen. 

Nach dem Flammeninferno in Moria mussten auch am Donnerstag mehrere kleinere neue Feuer gelöscht werden. Bereits am Mittwoch wurde vermutet, dass die Brände gezielt gelegt wurden. Migrationsminister Notis Mitarachi sagte, diese seien ausgebrochen, „als die Asylbewerber gegen die verhängte Quarantäne protestierten“, nachdem 35 positive Corona-Fälle festgestellt worden waren. Bislang unbeschädigte Zelte und andere provisorische Unterkünfte wurden zerstört.

Für 13.000 Flüchtlinge auf der Insel werden nun neuen Quartiere gesucht. 406 unbegleitete Minderjährige wurden in drei Flugzeugen aufs Festland gebracht, weitere sollen folgen.

Fähre soll als Unterkunft dienen
Viele Menschen haben ihr Hab und Gut verloren und schlafen unweit der abgebrannten Camps auf der Straße. Eine Fähre, die zur Insel Lesbos entsandt wurde, sowie zwei Schiffe der Marine sollen in der Not als Schlafmöglichkeiten dienen. Auch Hilfsgüter sollen mit den Schiffen eintreffen.

Corona-Infizierte untergetaucht
Die Angst vor einem unkontrollierbaren Ausbruch der Corona-Epidemie ist groß. Bislang wurden 35 Migranten positiv auf das Virus getestet. Sie sind im Zuge des Großbrandes untergetaucht und könnten Tausende andere Menschen anstecken. Die Polizei habe nur acht von ihnen aufgreifen können. 

Waldbrände als zusätzliche Sorge
Sorge bereiten den Griechen auch zahlreiche Busch- und Waldbrände östlich von Athen. Stürmische Winde fachten die Flammen immer wieder an. Die Urlaubsregion von Anavyssos musste vorübergehend evakuiert werden.

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