17.08.2020 16:05 |

Minister-Sprechstunde

Anschober stellt sich kritischen Kinderfragen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Ingrid Kiefer, Leiterin der Risikokommunikation bei der AGES, haben in einer Sprechstunde in Linz Fragen von KinderUni-Studierenden zur Corona-Krise beantwortet. Anschober äußerte sich nicht nur zum neuen Ampelsystem, er erklärte dem interessierten - und mitunter besorgten - Nachwuchs auch, wie das Virus zu seinem Namen kam, wie man sich am besten vor einer Ansteckung schützt und warum es wichtig ist, Verschwörungstheoretikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Babyelefant statt Babykuh - weil Anschobers Hund „Agur“ keine Lust auf die viele Arbeit hatte, wurde als Abstandsmesser kurzerhand ein Dickhäuter einberufen. An die von Cäcila (10) angedachte Babykuh, „weil das wäre ja viel österreichischer“, sei man gar nicht gekommen. Mehr als das beschäftigt die KinderUni-Studierenden jedoch das Thema Schule.

„Je mehr man weiß, desto mehr kann man sich wehren“
Alba (8) und Leonardo (12) aus Ohlsdorf beschäftigen etwa neuerliche Schließungen und Klassenteilungen. Anschober verwies auf das neue Ampelsystem. Die Ampel, „die ist ganz verrückt, die hat vier Farben, grün, gelb, orange und rot“, spiele eine große Rolle. Das Ziel sei eine normale Schule ab Mitte September mit dem Ampelsystem, das etwa anzeige, ob ein normaler Turnunterricht - Anschober outete sich als Fan von Ballspielen - oder Musicalaufführungen - das interessierte Adrian (11) aus Steyr - stattfinden könne und ob Klassen geteilt werden. Das sollte möglichst lange vermieden werden, sei aber „in manchen Fächern“ nicht ausgeschlossen. Angst brauche man aber nicht zu haben: „Je mehr man weiß, desto mehr kann man sich wehren“, empfahl er, sich gut zu informieren.

„Masken nicht sofort wegwerfen“
Verschwörungstheoretiker beschäftigten Kiran (13) aus Wien. Anschober, der beeindruckt war, wie viel sich die Kinder mit dem Virus beschäftigen, erklärte, dass die Corona-Krise zu Unsicherheit und Angst bei vielen Menschen führe und „da gibt es Leute, die wollen denen einreden, dass es eine dunkle Macht gibt, die uns etwas antun will. Das stimmt aber alles nicht“. Ella (9) aus Steyr wollte wissen, ob man immer noch einen Mund-Nasen-Schutz tragen muss, wenn man gegen Covid-19 geimpft ist. Kiefer schickte voraus, dass man beim Impfstoff schon relativ weit sei, aber trotzdem „werden wir unsere Masken nicht sofort wegwerfen können“, denn es dauere eine Zeit, bis wir in Österreich immun seien. Wichtig sei es, die Maske richtig zu tragen, denn nur dann funktioniere der Schutz.

Wie kam das Virus zu seinem Namen?
Als Maßnahmen bei erneut steigenden Infektionen - eine Frage von Sarah (12) aus Wolfern - brachte Anschober die Ampel, viele Tests, das Kontaktpersonenmanagement und ausreichend beschaffte Schutzkleidung ins Rennen.
Moderatorin Pauline (14) war neugierig, wie der Name des Virus - SARS-CoV-2 - zustande gekommen sei. Das sei genau geregelt, sagte Kiefer. SARS stehe für „Schweres Akutes Respiratives Syndrom“, CoV für Covid, also das Coronavirus, das so heiße, weil seine Ausstülpungen wie Kronen ausschauen. Den Zweier brauche es, weil es vor ein paar Jahren schon einmal ein ähnliches Virus gegeben habe. Die Krankheit wurde Covid-19 genannt, weil sie 2019 erstmals aufgetreten sei.

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