28.07.2020 06:39 |

Wegen Datenabfrage

Facebook kritisiert Ausschnüffeln durch Kommission

Bislang war es die europäische Kommission, die gegen Facebook vorging. Jetzt dreht das soziale Netzwerk den Spieß jedoch um und legt seinerseits Beschwerde gegen die Brüsseler Behörde ein. Und zwar ausgerechnet wegen der seiner Meinung nach unerlaubten Abfrage persönlicher Daten von Mitarbeitern.

Der Internetriese wirft der EU-Kommission vor, bei Wettbewerbsermittlungen potenziell die Privatsphäre seiner Mitarbeiter zu verletzen - und verlangt ein Einschreiten der EU-Gerichte.

Brüssel verlange eine „außergewöhnliche Bandbreite“ von Dokumenten, erklärte Facebook-Anwalt Tim Lamb am Montag (Ortszeit). Das würde bedeuten, dass Dokumente mit „höchst sensiblen persönlichen Informationen“ von Facebook-Mitarbeitern wie medizinischen Angaben, privaten Finanzdokumenten und Privatinformationen über Verwandte von Mitarbeitern angefordert würden.

Dokumente für Ermittlungen „irrelevant“
Die meisten Dokumente hätten „nichts mit den Ermittlungen der Kommission zu tun“, beklagte Lamb. Sie seien für die Untersuchung „irrelevant“. Deswegen müssten EU-Gerichte einschreiten. Das soziale Netzwerk beteuerte zugleich, mit der EU-Kommission bei deren Untersuchung zu kooperieren. Nach eigenen Angaben hat Facebook in diesem Jahr bereits 315.000 Dokumente mit insgesamt 1,7 Millionen Seiten an die EU-Kommission übermittelt, die prüft, ob die Online-Plattform ihre Marktmacht missbraucht.

Ähnliche Untersuchungen laufen auch in den USA. Am Mittwoch werden die Chefs der Internetkonzerne Amazon, Apple, Google und Facebook vor dem Repräsentantenhaus befragt. Dabei geht es um die Marktmacht von Online-Plattformen. Die Dominanz der großen Internetkonzerne sorgt auch in deren Heimatland für wachsende Kritik.

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