Geduld und sanfte Überredungskunst statt böser Drohungen: Die Tiwag-Chefs legten den Gemeinderäten am Donnerstagabend nochmals alle Argumente auf den Tisch. Motto: Man müsse jetzt über die beabsichtigte Wasserableitung verhandeln, nach einer (negativen) Volksbefragung sei der Weg verbaut.
"Wirklich Neues erfuhren wir nicht. Weder zur Höhe der Entschädigungen noch zu sonstigen Detailfragen", resümierte der oppositionelle Gemeinderat Friedl Müller (Gemeinsame Wirtschafts- und Zukunftsliste).
Der Neustifter Bürgermeister Peter Schönherr zog kürzlich beim Grundsatzbeschluss einer Volksbefragung zwar mit, ist nach Ansicht der Oppostion aber wieder auf dem Rückzug. Schönherrs Credo: Zuerst das Verhandlungsergebnis mit der Tiwag abwarten und das Maximum heraus holen.
Wie es bezüglich Volksbefragung weiter geht, ist noch offen, auf der Tagesordnung der kommenden Sitzung fehlt dieser Punkt. "Derzeit ist nicht einmal der genaue Text formuliert", so Müller.
Tiwag-Geld fließt, wenn Neustift zustimmt
Längst kein Geheimnis ist, dass die Tiwag im Hintergrund mit etlichen "Zuckerln" lockt, falls die Neustifter der Wasserableitung zustimmen sollten. Die Gemeinde plant für kolportierte 16 Millionen Euro eine neue Hauptschule, für die ein Zuschuss fließen soll. Auch ein Ausbau des Skigebiets und ein neuer Golfplatz sind offenbar mit dem Tiwag-Deal verknüpft.
von Andreas Moser, Tiroler Krone
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