Jugendamt stellt klar:

„Bei diesem kleinen Buben war Gefahr in Verzug“

Heftige Kritik am Jugendamt setzte es für eine Kindesabnahme in Scharnstein. Wie berichtet, verlor Gerlinde Loidl nach fünfeinhalb Jahren die Obsorge für ihren schwer behinderten Sohn Mario. Unverständnis gibt es auch für die eingeschränkten Besuchsrechte. Der stellvertretende Leiter des Jugendamtes klärt nun auf.

Politisch ist für Obsorgeangelegenheiten SP-Landesrätin Birgit Gerstorfer zuständig. Zum äußerst emotionalen Streit um den schwer beeinträchtigten Mario überließ sie das Wort Reinhold Rampler, dem stellvertretenden Abteilungsleiter der Kinder- und Jugendhilfe. Er erklärt nun, warum der Bub nach fünfeinhalb Jahren seiner Mutter abgenommen wurde: „Die Mutter ist zwar enorm engagiert, war aber gegenüber Entscheidungen von Betreuern oder Medizinern immer sehr misstrauisch.“

Mutter legt sich oft quer
Das habe dazu geführt, dass sie sich vor einer notwendigen Darm-Operation bei vorgeschlagenen Maßnahmen oft quer legte. „Medizinisch war aber klar, dass wir an einem Punkt angelangt waren, zu handeln. Da wir mit der Mutter kein Einverständnis erzielen konnten und laut den Ärzten Gefahr in Verzug war, mussten wir die Obsorge übernehmen“, so Rampler.

Therapie unumgänglich
Die Mutter hätte nicht akzeptiert, dass ihr Sohn für ein paar Monate von ihr wegkommt. Für die Therapie nach der Operation sei es aber unumgänglich, dass der Bub nach dem Spital in eine dafür speziell eingerichtete Einrichtung kommt.

Letztes Wort noch nicht gesprochen
Rampler weist darauf hin, dass im Obsorgestreit das letzte Wort nicht gesprochen ist. Entscheiden werden die Gerichte. Dass die alleinerziehende Mutter ihren Sohn nun nur noch zweimal monatlich sehen darf, liege daran, dass sie sich die Besuchszeiten mit dem Kindesvater teilen muss. Dieser zahle für den Buben und habe deshalb ein Recht darauf. Der schwer kranke Mario gehöre außerdem zur Corona-Risikogruppe. Auch deshalb müsse der Kontakt zu anderen Menschen eingeschränkt werden.

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Dienstag, 07. Juli 2020
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