18.06.2020 14:22 |

Lieferanten am Limit

Durch PS5 und neue Xbox droht SSD-Speicher-Engpass

Rechtzeitig vor Weihnachten wollen Sony und Microsoft ihre Next-Gen-Konsolen PlayStation 5 (PS5) und Xbox Series X auf den Markt bringen. Die Produktion dürfte schon in den nächsten Wochen anlaufen. Bei Zulieferern von Flash-Speicher sorgen die neuen Konsolen allerdings für Sorgen: Sie arbeiten schon jetzt am Limit und könnten Probleme bekommen, die künftig benötigten Mengen zu liefern.

Das berichtet das Branchenmedium „Digitimes“ aus Taiwan, das sich bei den Herstellern von schnellen Flash-Speicherchips über die Auswirkungen der neuen Konsolen auf ihre Produktion erkundigt hat. Von dort hört man, dass die Produktion schon jetzt am Limit laufe und man mit der Versorgung von Smartphone- und PC-Herstellern gut ausgelastet sei.

Konsolen setzen auf SSD statt Festplatte
Wenn PS5 und Xbox Series X in Produktion gehen, kommen nun allerdings noch einmal zwei Großabnehmer hinzu. Sowohl Sony als auch Microsoft statten ihre Next-Gen-Konsolen nämlich mit schnellem SSD-Flash-Speicher statt konventionellen Festplatten aus: Die PS5 kommt mit 825 Gigabyte, die neue Xbox gar mit einem Terabyte Flash-Speicher. Das soll in der Praxis die Ladezeiten erheblich senken.

Bei den Produzenten versuche man, sich auf die steigende Nachfrage einzustellen und die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Das sei aber kaum so schnell zu schaffen, wie die Nachfrage steigt, analysiert man beim IT-Portal „WinFuture“.

Schon in den letzten Jahren arbeitete man bei Chipherstellern wie Samsung, SK Hynix, Kioxia oder Micron am Limit, genug Flash-Speicher für die diesbezüglich immer besser ausgestatteten Smartphones und PCs zu produzieren. Nun muss man die Kapazitäten wegen der neuen Konsolen nochmals ausbauen.

Fabriken kosten Milliarden Euro
Das Problem: Werke, in denen Flash-Speicherchips hergestellt werden, sind eine technisch äußerst komplexe Angelegenheit und kosten Milliarden Euro. Geld, das nicht jeder Chipkonzern sofort parat hat, worunter vor allem kleinere Hersteller leiden. Die großen Player der Branche verdienen durch die hohe Nachfrage indes gut, kommen aber mit dem Bau der Fabriken kaum hinterher.

Durch die neue Nachfragesituation könnten im angespannten Markt für SSDs und Flash-Speicher die Preise weiter steigen. Schon durch die Corona-Krise kam es zu einem etwa 15-prozentigen Preisanstieg, weil viele Abnehmer aus Angst vor stillstehenden Werken Hamsterkäufe tätigten. Wenn nun noch zwei IT-Giganten, die Millionen Geräte mit schnellem Flash-Speicher ausstatten wollen, um die verfügbaren Chips buhlen, könnte sich die Situation nochmals verschärfen.

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