03.06.2020 21:27 |

„Mord zweiten Grades“

Floyd-Tod: 3 weitere US-Polizisten beschuldigt

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei seiner brutalen Festnahme werden laut US-Senatorin Amy Klobuchar drei weitere Polizisten offiziell beschuldigt. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Minnesota werde demnach gegen alle vier Beteiligten Anklage erheben. Zugleich würden die Vorwürfe gegen den Polizisten Derek Chauvin verschärft, der Floyd minutenlang das Knie auf den Nacken gedrückt hatte, erklärte Klobuchar am Mittwoch. Ihm werde fortan ein „Mord zweiten Grades“ zur Last gelegt. Das entspricht in etwa einem Totschlag in einem besonders schwerem Fall und kann mit bis zu 40 Jahren Gefängnis bestraft werden. 

Bislang wurde Chauvin (44) ein „Mord dritten Grades“ zur Last gelegt. Darauf stehen bis zu 25 Jahre Haft. Ein am Mittwoch veröffentlichtes Gerichtsdokument zeigt, das der neue, verschärfte Straftatbestand zur ersten Anzeige hinzugefügt wurde.

Klobuchar machte keine genauen Angaben über die Vorwürfe gegen die drei anderen Polizisten, die bei Floyds Festnahme dabei gewesen waren. Der Anwalt von Floyds Familie erklärte, die drei Beamten würden festgenommen. Einem Video zufolge hatten zwei von ihnen gemeinsam mit Chauvin den 46-jährigen Floyd nach seiner Festnahme in der Stadt Minneapolis auf dem Boden fixiert, obwohl er angab, keine Luft mehr zu bekommen. Der vierte Polizist hielt Passanten auf Abstand.

Brutaler Cop erhielt vor Floyds Tod 18 Beschwerden
Gegen Chauvin waren in der Vergangenheit 18 Beschwerden eingereicht worden, weil sich dieser im Dienst gewalttätig verhalten haben soll. Er und sein späteres Opfer könnten sich außerdem schon vor dem tödlichen Zwischenfall gekannt haben, weil sie in demselben Lokal gearbeitet hatten.

Seit Tagen kommt es in vielen US-Städten zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. In der Stadt St. Louis im US-Bundestaat Missouri gab es zu Plünderungen.

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