20.04.2020 11:45 |

Niveau wie vorher

„Sprit-Wucher“ an den Autobahnen trotz Krise

Der Weltmarktpreis für Öl war zuletzt auf dem tiefsten Stand seit dem Jahr 2002, denn die Corona-Krise verringert enorm die Nachfrage. An vielen heimischen Tankstellen schlägt sich dies auf die Treibstoffpreise nieder und Tirols Autofahrer können sich freuen. An den Autobahnen ist das aber anders.

Konkret sackten die Preise bei Tankstellen im niederrangigen Straßennetz häufig auf unter einen Euro ab. Beispiel Avanti-Tankstelle in Rum dieser Tage: Diesel liegt bei 0,996 Euro, Superbenzin bei 1,046 Euro. Wenn man mit Tiroler Branchenvertretern spricht, heißt es augenzwinkernd: „Auch bei diesem scheinbaren Dumpingpreis verdienen wir noch recht gut.“ Im Osten Österreichs liegt das Spritpreisniveau teilweise sogar bei unter 90 Cent, ein rascher Aufwärtstrend ist nicht in Sicht.

Differenz bei Preisen gravierender denn je
Erschreckend anders ist das Preisniveau entlang der Autobahnen. 14 Tankstellen der Konzerne BP, OMV, Shell und ENI liegen an der Inntal- und Brennerautobahn sowie an der Arlberg-Schnellstraße. 1,539 Euro pro Liter Diesel verlangte die OMV zuletzt an der A12 bei Vomp. Bei Superbenzin waren es sogar 1,569 Euro. Klar ist: Ein höherer Preis an Autobahnen ist auch in normalen Zeiten üblich, die Differenz ist derzeit aber gravierender denn je. Der Unterschied für eine normale 50-Liter-Tankfüllung beträgt mehr als 50 Cent pro Liter oder fast 30 Euro! Wird hier auf Kosten von Autobahnnutzern, die zu arglos sind, gut kalkulierte Abzocke betrieben?

„Höhere Kosten und Rückgang beim Verkehr“
Die „Krone“ recherchierte beim heimischen Branchenriesen OMV. Auskunft per Mail: „Der höhere Preis an Autobahntankstellen liegt an strukturellen Rahmenbedingungen von Verkehrsknoten. Dazu zählen die höheren Betriebskosten.“ Dazu komme, dass durch den Transit-Rückgang (Anm.: zuletzt teils 50 Prozent) und den wegfallenden Urlauberverkehr die Kosten-Ertrags-Situation schwierig sei.

VCÖ: Der Konsument kann die Antwort geben
Wie sieht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) diesen „Sprit-Wucher“? „Die Preisgestaltung obliegt den jeweiligen Betreibern. Wir raten den Autofahrern, die Preise im Auge zu behalten und Autobahn-Tankstellen zu meiden. Das ist die beste Antwort des Konsumenten“, sagt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Andreas Moser
Andreas Moser
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