18.04.2020 08:30 |

Mediziner klärt auf

Antikörper im Blut? Der Schnelltest für Corona

Der Tiroler Internist Albrecht Moslehner bietet als einer der ersten in seiner Praxis in Going die Antikörperbestimmung an. Damit können Personen identifiziert werden, die eine stille Infizierung durch das SARS-CoV-2-Virus hatten.

Der Test basiert darauf, dass Antikörper im Blut nachweisbar sind, die das Immunsystem nach dem Kontakt mit einem Virus ausbildet. Antikörper vom Typ Immunglobin G (IGG) bleiben langfristig im Blut. „Der Nachweis dieser Antikörper kann zeigen, dass bei infizierten Personen nach Genesung ein zumindest längerfristiger Immunschutz besteht. Die Voraussetzung dafür aber ist, dass der Körper das spezifische Immunglobulin G gebildet hat“, teilt Internist Moslehner im „Krone“-Telefonat mit.

Antikörpertests zeigen auf, wer immun ist
Der von ihm verwendete zehnminütige Schnelltest wird als hochempfindlich klassifiziert. Es können rund 90 Prozent der betroffenen Patienten identifiziert werden. „Der Test wird mit Blut, Serum oder Plasma gemacht“, erklärt Moslehner und führt weiter aus: „Bei uns wird das so gehandhabt, dass wir dem Klienten Blut abnehmen, wobei hier ein Tropfen genügt, um zusammen mit der Testlösung das Resultat optisch anzuzeigen.“

Man weiß derzeit nicht, wie viele an Corona Erkrankte jetzt schon immun sind. Aus diesem Grund ist es auch schwierig zu sagen, wo in der Krise wir uns gerade befinden. Bislang fehlten aber Antikörpertests mit ausreichender Zuverlässigkeit. Inzwischen haben gleich zwei Antikörper-Schnelltests die Zulassung erhalten und befinden sich am Markt. Einer kommt von der Berliner Firma PharmACT, der zweite stammt von der Firma Senova aus Weimar in Deutschland. Grundlage sind gentechnisch nachgebaute Fragmente wichtiger Hüllproteine von SARS-CoV-2.

Wie funktioniert denn so ein Antikörpertest?
Sogenannte Antigene wurden nachgebaut und im Inneren des Tests auf einer speziellen Matrix fixiert. Wird nun ein Bluttropfen auf das Testplättchen gegeben, transportiert die poröse Matrix im Inneren das Blut samt Pufferlösung bis zu den Streifen, an denen die viralen Antigene verankert sind.

Befinden sich nun Antikörper im Blut der Testperson, binden diese an die Antigene. Als Folge verfärbt sich der Teststreifen rötlich - der Nachweis ist positiv.

Vor Schnelltestung Hausarzt kontaktieren
Bei Wahlarzt Albrecht Moslehner kostet dieser Test 38 Euro. „Da dieser Test neu ist, gibt es noch keine Regelung seitens der Kostenträger. Man muss also abwarten, wie sich die Krankenkassen dazu verhalten.“

Zukünftig werden die Antikörper-Schnelltests sicherlich auch bei weiteren Ärzten im ganzen Land verfügbar sein, deshalb rät Moslehner: „Wenn das Interesse oder die Notwendigkeit besteht, diese Testung zu machen, sollte man zuerst seinen Hausarzt kontaktieren und sich bei ihm informieren.“

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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