24.03.2020 06:00 |

„Ist eh schon wurscht“

Warum viele Jugendliche die Krise nicht verstehen

Warum viele Jugendliche in Österreich die Corona-Krise trotz Warnungen und Ausgangsbeschränkungen nicht verstehen? Psychologin Christa Schirl versucht, Antworten darauf zu geben.

„Alles, was wir noch nie erlebt haben, ist für das Gehirn schwer fassbar“, erklärt Schirl, Psychologin aus Linz. Die Situation werde oft als surreal abgetan, weil man sich die Konsequenzen nicht vorstellen könne - oder wolle. „Zudem erkranken junge Menschen ja kaum schwer. Sie sind an ein gut funktionierendes Gesundheitssystem gewöhnt, oft fehlt es zudem an verantwortungsvollen Vorbildern“, so Schirl.

„In diesem Alter möchte man eigene Regeln aufstellen“
Soziale Distanz gehöre bei Jugendlichen nicht zum Selbstverständnis. „In diesem Alter möchte man etwas ausprobieren und eigene Regeln aufstellen. Dazu kommt, dass in Krisensituationen die Gemeinschaft gesucht wird.“

„Der erhobene Zeigefinger nützt hier wenig“
Um Ängsten auszuweichen, würden einige dann zum fatalen „Medikament“ Alkohol greifen und Corona-Partys veranstalten. „Übrigens auch so mancher Erwachsener. Der erhobene Zeigefinger nützt daher hier wenig.“

Als Lösung schlägt die Therapeutin vor, negative Gefühle umzuleiten: Eine konstruktive Gemeinschaft findet sich z.B beim Roten Kreuz, in der Nachbarschaftshilfe, in Social-Media-Foren, die Hilfe anbieten, vor allem auch für Gleichaltrige. Role-Models schaffen: „Wahre Helden bleiben zu Hause!“

Kronen Zeitung

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