09.03.2020 12:11 |

Kampf gegen Virus

Corona-Krise: Kontrollen an Tschechiens Grenzen

Um eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern, hat Tschechien mit Kontrollen von Einreisenden an den Grenzen zu Österreich und Deutschland begonnen. Seit Montag um 7 Uhr messen Feuerwehrleute, Polizisten und Zollbeamten mit Atemschutzmasken an zehn ausgewählten Grenzübergängen stichprobenartig die Körpertemperatur. In Deutschland stieg unterdessen die Zahl der Corona-Fälle auf mehr als 1100, in Frankreich ist die Lage ähnlich. Unter den europäischen Staaten wurde bislang Italien am stärksten in Mitleidenschaft gezogen.

An den tschechischen Grenzen zu Österreich und Deutschland erhalten Fahrer ein mehrsprachiges Informationsblatt. Viele Lastwagen werden ohne Kontrolle durchgewinkt, berichtete die Zeitung „Pravo“ am Montagvormittag. Ein erster Lenker, bei dem Fieber festgestellt wurde, kam zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus nach Budweis.

Rückkehrer aus Italien im Visier
Ausländische Bürger sollen von den tschechischen Behörden zur Rückkehr in ihr Heimatland aufgerufen oder in Einzelfällen medizinisch versorgt werden. Die Maßnahme zielt unter anderem auf Urlaubsrückkehrer aus dem stark betroffenen Italien ab. Die Regierung in Prag hatte angeordnet, dass diese sich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben müssen. Davon betroffen sind auch Ausländer mit Wohnsitz in Tschechien.

Bereits mehr als 1100 Infizierte in Deutschland
In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Ansteckungen unterdessen bis Montagfrüh auf 1112 gestiegen, eine Person ist bislang gestorben, allerdings in Ägypten. Allein in Nordrhein-Westfalen gab es bereits 484 Infektionen, wie aus den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorging. In Bayern wurden demnach inzwischen 256 Fälle bestätigt, in Baden-Württemberg steckten sich den offiziellen Zahlen zufolge bereits 199 Menschen an. In mehreren anderen Bundesländern gibt es weiterhin nur wenige Fälle. Einzig in Sachsen-Anhalt verzeichnete das RKI bis Montag keinen Erkrankten. Am Sonntag hatte das Institut bundesweit 902 Fälle gemeldet.

Neben Deutschland und Italien ist auch Frankreich besonders stark vom Virus betroffen. Die französische Regierung verbot wegen der Epidemie Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Den französischen Gesundheitsbehörden zufolge stieg die Zahl der bestätigten Ansteckungsfälle - darunter auch vier Parlamentarier - bis Sonntag auf 1126, die Zahl der Todesopfer wuchs auf 19. In Ungarn wurden am Montagvormittag neun Infizierte gemeldet. 67 Personen befinden sich in Quarantäne. In Österreich waren Montagfrüh 112 Infektionen bekannt.

Weltweit über 110.000 Corona-Infektionen nachgewiesen
Weltweit haben sich inzwischen weit mehr als 110.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge noch wesentlich höher. Es gibt weder eine schützende Impfung noch eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung Covid-19. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet, oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen.

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